Sa, 17. November 2018

Häuser eingestürzt

27.10.2016 12:10

Schwere Schäden durch Erdbeben in Italien

Ein Erdbeben der Stärke 5,4 sowie zwei starke Nachbeben haben am Mittwochabend Mittelitalien erschüttert. Das Epizentrum lag nicht weit von Amatrice entfernt, wo am 24. August 298 Menschen durch ein Erdbeben ums Leben gekommen waren. Das Beben am Mittwoch war in fünf italienischen Regionen sowie in der Hauptstadt Rom deutlich zu spüren und wurde auch im Süden Österreichs wahrgenommen.

Laut offiziellen Angaben starb ein Mann, weil er in der Aufregung einen Herzinfarkt erlitten hatte. Bei den zwei heftigen Nachbeben wurden einige Menschen verletzt, unter ihnen ein Kind, das nach dem Einsturz der Wohnung seiner Eltern mit schweren Blessuren in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Zahlreiche Kirchen massiv beschädigt
Mit Sonnenaufgang bot sich den Einsatzkräften und Helfern ein erster Überblick über die Lage. Nach den Erdstößen wurden schwere Schäden am Kulturerbe der Region Marken gemeldet: Zahlreiche Kirchen der Gegend wurden schwer beschädigt, der Kirchturm des Wallfahrtsorts Santa Maria in Via in der Kleinstadt Camerino stürzte auf ein gegenüber liegendes Gebäude.

Auch in der Ortschaft Visso, wo das heftigste Nachbeben gemessen wurde, stürzte eine Kirche ein. "Es ist wie nach einem Bombenangriff", berichteten Augenzeugen. Die Stärke variierte in den Angaben unterschiedlicher Erdbebenwarten zwischen 5,9 und 6,1 auf der Richterskala, womit die Erschütterungen sogar heftiger waren als beim Hauptbeben.

"Unser Dorf ist am Ende"
Das Dorf Ussita ist laut Angaben des dortigen Bürgermeisters schwer verwüstet. "Unser Dorf ist am Ende", sagte Marco Rinaldi dem Staatsfernsehen RAI. 25 Senioren seien aus dem Altersheim evakuiert worden. Der Bürgermeister hoffte, dass es keine Todesopfer geben werde, weil die meisten Bewohner nach den ersten Erdstößen um 19.11 Uhr ihre Wohnungen bereits verlassen hätten.

Panik durch Nachbeben am Donnerstag
Mehrere Bürgermeister der betroffenen Gemeinden hatten sich zuversichtlich gezeigt, dass es trotz schwerer Schäden keine Vermissten und Verschüttete geben könnte. Viele Menschen verbrachten die Nacht im Auto oder in Notunterkünften. Aus Sicherheitsgründen blieben am Donnerstag die Schulen in mehreren betroffenen Gemeinden geschlossen. Diese Entscheidung erwies sich als richtig, denn am späten Vormittag kam es neuerlich zu einem Nachbeben. Der Erdstoß der Stärke 4,4 sorgte für Panik in Teilen der Bevölkerung.

Beben wurde auch im Süden Österreichs wahrgenommen
Laut ZAMG in Wien wurde das Erdbeben vereinzelt auch in südlichen Teilen Österreichs in höheren Stockwerken als langsames Schwanken des Gebäudes wahrgenommen. In der Erdbebenregion selbst leben 20 Auslandsösterreicher, sie alle sind wohlauf, teilte die österreichische Botschaft in Rom Donnerstagmittag mit. Demnach mussten lediglich zwei Österreicher wegen der Erschütterungen ihre Wohnungen verlassen.

Papst betet für Erdbebenopfer
Auch Papst Franziskus zeigte sich betroffen: "Ich bin den Menschen, die vom neuen Erdbeben in Mittelitalien betroffen sind, im Gebet nahe", teilte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstagvormittag mit.

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