Alarm in Bulgarien
Wohl ukrainische Drohne mit Sprengstoff explodiert
Alarm in Bulgarien: Laut Ministerpräsident Rumen Radew explodierte am Samstag eine mit Sprengstoff beladene Drohne und stürzte danach ab. Der Absturzort befindet sich nahe einer Gasleitung, nur 100 Meter von der rumänischen Grenze entfernt, im Nordosten des NATO-Landes. Erste Analysen der Trümmer deuten auf eine ukrainische Drohne hin.
Laut dem Verteidigungsministerium in Sofia handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Lockdrohne „Maja“. Dieser Drohnentyp wird laut dem Ministerium von den ukrainischen Streitkräften häufig verwendet. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass der Vorfall vorsätzlich gewesen sei, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums, die vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk BNT in Sofia verbreitet wurde.
Ukraine will bei Ermittlungen „uneingeschränkt“ kooperieren
Die Ukraine erklärte sich in einer Reaktion „uneingeschränkt offen“ bereit, den Vorfall gemeinsam mit Sofia aufzuklären. „Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte absichtlich keine Mittel in Richtung Bulgarien gerichtet haben“, sagte Außenamtssprecher Georgij Tichyj in Kiew.
Diplomatische Irritationen zwischen Kiew und Sofia
Nichtsdestotrotz zitierte die bulgarische Außenministerin Welislawa Petrowa die ukrainische Botschafterin in Sofia zu sich. Das Gespräch mit der Diplomatin Olesja Ilaschtschuk könne aber erst am Montag stattfinden, weil sich die Botschafterin derzeit in Kiew aufhalte, hieß es laut der Nachrichtenagentur AFP in Sofia.
Bulgarien hatte seine Militärhilfe für die Ukraine im Juni eingestellt. Ministerpräsident Radew erklärte damals, sein Land gehöre nicht zu der Koalition von Unterstützerstaaten, die Kiew mit Waffen versorge, und setze stattdessen auf diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Kriegs. Der als prorussisch geltende Ex-Präsident Radew hatte das Amt des Regierungschefs im Mai angetreten. Sein Mitte-links-Bündnis Progressives Bulgarien hatte zuvor die absolute Mehrheit im Parlament in Sofia errungen.
Die Drohne war mit einer großen Menge Sprengstoff beladen und explodierte etwa einen Kilometer von einer Kompressionsstation der Transbalkan-Gasleitung, sagte Radew am Samstagvormittag nach einer Sitzung des Sicherheitsrates in Sofia. „Zunächst registrierte die rumänische Grenzpolizei Drohnengeräusche. Kurz darauf hörte eine Patrouille der bulgarischen Grenzpolizei, die sich in diesem Gebiet aufhielt, eine laute Explosion“, fügte er hinzu. Die Explosion ereignete sich in einem Sonnenblumenfeld, weshalb keine Opfer und keine Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur gemeldet wurden.
Drohne weder von Rumänien noch Bulgarien geortet
Laut Radew wurde die Drohne weder im bulgarischen noch im rumänischen Luftraum geortet. „Auch vom Combined Air Operations Center, das den Luftraum über ganz Südeuropa überwacht, liegen uns keine Informationen vor“, erklärte weiter der Regierungschef.
Ähnliche Vorfälle in Rumänien
Bulgarien verstärkt nun die Überwachung. „Nach diesem Vorfall werden Grenzschutzkräfte und -ausrüstung zur Erkennung und Bekämpfung von Drohnen von der türkischen bis zur rumänischen Grenze stationiert“, gab Radew bekannt und erinnerte, dass vor zwei Wochen in Rumänien drei Schahed-Drohnen von der rumänischen Luftwaffe abgeschossen worden sind.

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