Mi, 17. Oktober 2018

Assad-Armee eiskalt

06.10.2016 14:41

Aleppo: Wer bleibt, dem droht "unentrinnbares Los"

Die syrische Armee hat Rebellen und Bewohner von Ost-Aleppo unmissverständlich zum Verlassen der umkämpften Großstadt aufgerufen. Alle, die bleiben, würden sich ihrem "unentrinnbaren Schicksal" ergeben, hieß es in einer Mitteilung der Armee von Mittwochabend. Machthaber Bashar al-Assad will das Land vollständig zurückerobern. In einem am Donnerstag verbreiteten Interview mit dem dänischen Sender TV 2 sagte Assad, er bevorzuge jedoch Vereinbarungen vor Ort und Amnestien, die es Rebellen erlaubten, in andere Regionen zu ziehen.

Die Versorgungswege der Rebellen im Norden der Stadt seien abgeschnitten worden, zudem habe das Militär Kenntnis über sämtliche Rebellenstellungen und Waffenlager in der Stadt. Das Militär von Assad treibt seit Tagen mit russischer Unterstützung eine Großoffensive in Aleppo voran. Am Mittwoch kündigte die Heeresleitung staatlichen Medien zufolge an, die Angriffe auf den Osten der Stadt aus humanitären Gründen zurückzufahren.

Im Kampf um Aleppo waren in den vergangenen Wochen nach Angaben von Bewohnern und medizinischem Personal von der Armee zahlreiche Krankenhäuser zerstört worden. Assad bestritt dies: "Wir verfolgen keine Politik, Krankenhäuser oder Schulen oder andere solcher Einrichtungen zu zerstören." Sollte es einen solchen Angriff aus der Armee heraus gegeben haben, könne dem nur ein Fehler zugrunde liegen.

UNO-Sondergesandter: Bis Weihnachten droht völlige Zerstörung
Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, warnte am Donnerstag vor der völligen Zerstörung des Ostteils von Aleppo bis Weihnachten. Tausende weitere Zivilisten würden umkommen und Tausende zu fliehen versuchen, wenn die von Russland unterstützte syrische Luftwaffe ihre Angriffe in den nächsten Wochen ungehindert fortsetze. Die Welt habe die moralische Pflicht, die humanitäre Tragödie zu beenden, die sich in Aleppo abspiele.

Allein in den vergangenen Tagen seien durch die anhaltenden Bombardierungen in Ost-Aleppo mehr als 300 Menschen getötet worden - unter ihnen etwa 100 Kinder. Russland und Syrien müssten sich fragen lassen, ob sie tatsächlich wegen noch rund 900 bis 1000 Al-Nusra-Kämpfern dort ein Stadtgebiet mit 275.000 Einwohnern - unter ihnen rund 100.000 Kinder - völlig in Schutt und Asche legen wollten, so de Mistura.

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