19.09.2016 07:06 |

Ehepaar verzweifelt

Invasion der Erdäpfelkäfer: "Das ist ein Horror!"

"Wir können kein Fenster aufmachen, die Küchentür muss immer zu sein, in den Garten können wir auch nicht gehen. Das ist eine Katastrophe!" Seit gut einer Woche werden die Oststeirer Brigitte und Matthias Lipp von einer Vielzahl an Erdäpfelkäfern heimgesucht. Ein Mittel gegen die Krabbler scheint es derzeit nicht zu geben.

"Wir sind vor einer Woche vom Urlaub zurückgekommen und dachten, uns trifft der Schlag", berichtet die Fürstenfelderin Brigitte Lipp. "Die Hausmauer war braun vor lauter Käfern!" Die Insekten waren von einem nahen Erdäpfelacker auf das Grundstück des Ehepaares gewandert. Matthias Lipp ist in diesem Haus aufgewachsen, "so etwas habe ich aber noch nie erlebt. Das sind Abertausende Käfer. Sie sind kaum wegzubekommen."

Experte: "Hängt mit der Fruchtfolgeverordnung zusammen"
Pflanzenbau-Experte Arno Mayer von der Landwirtschaftskammer kennt die lokal begrenzte Problematik. "Das hängt mit der Fruchtfolgeverordnung zusammen. Auf den Äckern werden neue Kulturen angebaut, gerade in der Region Fürstenfeld setzen die Bauern jetzt verstärkt auf Erdäpfel." Da diese am Ende ihrer Entwicklung sind, verlassen die Käfer das Feld und suchen sich neues Futter - zum Beispiel die Paradeiser im Garten der Lipps oder die Zucchinis ihrer Nachbarn.

Der Einsatz von Spritzmitteln ist kaum noch zielführend. Die Lipps haben schon resigniert: "Uns bleibt nur noch Galgenhumor ..."

Käfer fielen in niederösterreichisches Dorf ein
Doch nicht nur in der Steiermark haben die Menschen ihre liebe Not mit den gestreiften Krabbeltieren. Wie berichtet, fielen die Käfer auch in ein 500-Seelen-Dorf im niederösterreichischen Weinviertel ein. Dort sind sich die Bewohner ebenfalls sicher: "Eine so arge Käferplage haben wir hier noch nie erlebt."

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