Wimbledon-Meilenstein

Becker adelt Zverev: „Historisch für Deutschland!“

Tennis
10.07.2026 21:31

Nach seinem souveränen Sieg im Halbfinale könnte Alexander Zverev seinen Traum von Wimbledon am Sonntag wahr werden lassen. Boris Becker, der ihn oft kritisch begleitet hat, traut ihm den Titel zu.

Mit einem Meisterstück im Finale am Sonntag würde Zverev zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 aufsteigen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Stich (1991).

„Die Reise ist noch nicht zu Ende“
Tennis-Legende Becker, ein einstiger Kritiker von Zverev, rechnet fest damit, auch wenn im Finale mit Jannik Sinner der Titelverteidiger und die aktuelle Nummer eins der Welt wartet. Zverev verlor zudem die letzten acht (der bisherigen 14) Duelle mit dem Italiener. „Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen“, betonte Becker. Später ergänzte der 58-Jährige auf Instagram: „Ein historischer Tag für Sascha Zverev und das deutsche Tennis. Großes Kompliment von mir, aber die Reise ist noch nicht zu Ende.“ 

Zverev als fünfter Deutscher in einem Wimbledon-Finale
Zverev ist erst der fünfte Deutsche, der in Wimbledon in einem Herren-Finale steht. Davor gelang dieses Kunststück Gottfried von Cramm (1935-1937), Wilhelm Bungert (1967), Boris Becker (1985, 1986, 1988, 1989, 1990, 1991, 1995) und Michael Stich (1991).

31 Jahre nach Boris Becker (li.): Mit Alexander Zverev steht wieder ein Deutscher in einem ...
31 Jahre nach Boris Becker (li.): Mit Alexander Zverev steht wieder ein Deutscher in einem Herren-Finale von Wimbledon.(Bild: Krone-Collage/APA/dpa/Annette Riedl, EPA/NEIL HALL)

„Der Junge gefällt mir unglaublich gut“
Bereits vor dem Einzug ins Finale des Hamburgers sprach Becker über einen möglichen Wimbledon-Champion Zverev. In seinem gemeinsamen Podcast mit der früheren deutschen Weltklassespielerin Andrea Petkovic (38) schwärmte er regelrecht von Zverev: „Der Junge gefällt mir unglaublich gut.“

Der Video-Podcast von Petkovic und Becker:

Zverev und Becker schon mehrmals im verbalen Schlagabtausch
Und das, obwohl der ehemalige Tennis-Star in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund nahm, wenn es um Kritik an Zverev ging. Nach den ATP-Finals Ende 2025 sprach er etwa über „mentale Blockaden“. „Ich bin kein Psychologe, ich kann nicht sehen, wie es in ihm drinnen aussieht. Aber das hatte weniger mit Tennis zu tun.“ Alexander Zverev entgegnete damals im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung: „Das ist seine Meinung. Ich habe keine Lust mehr auf seine Kommentare.“

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Ich kenne ihn seit 20 Jahren und bin im Herzen sein größter Fan, aber ich muss ihn ab und zu ein bisschen kritisieren.

Boris Becker über Alexander Zverev

Nun zeigt sich Boris Becker wieder deutlich wertschätzender. „Ich kenne ihn seit 20 Jahren und bin im Herzen sein größter Fan, aber ich muss ihn ab und zu ein bisschen kritisieren.“

Paris-Sieg als Befreiungsschlag
Petkovic bewertet den Triumph bei den French Open als wichtigen Befreiungsschlag für Zverev. Sie erlebt den Olympiasieger von 2020 als „total befreit“. Der kleine meckernde Mann im Hinterkopf habe bei ihm derzeit Sendepause, sagte die 38-Jährige, die in Wimbledon für den Streaminganbieter Prime Video im Einsatz ist. Alexander Zverev profitiere zudem davon, dass der spanische Topstar Carlos Alcaraz wie schon bei den French Open auch in Wimbledon verletzungsbedingt fehlt. 

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