Verbotene Waffen

1,2 Mio. Streubomben im Libanon abgeworfen

Ausland
13.09.2006 22:26
Die israelische Armee hat bei ihrem Libanon-Einsatz nach Angaben eines hochrangigen Offiziers mindestens 1,2 Millionen Streubomben abgeworfen. Wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete, bezeichnete ein Offizier die Art der Kriegsführung als „abscheulich und verrückt“.

Streubomben sind in größeren Bomben enthalten, die sich in der Luft öffnen und ihre Ladung über weite Flächen verteilen – gezielte Angriffe in besiedeltem Gebeit, gemäß der von Israel propagierten „modernen Kriegsführung“, sind damit unmöglich.

Der nicht genannte Befehlshaber einer Raketenwerfer-Einheit schickte nach Angaben der Zeitung einen Protestbrief an Verteidigungsminister Peretz. Die israelische Artillerie habe auch Phosphorgranaten eingesetzt, heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf Soldaten weiter. Der Einsatz von Phosphorgranaten, die hochgiftig sind und Verbrennungen bis auf die Knochen hervorrufen, ist laut Kriegsrecht verboten.

Das Internationale Rote Kreuz wertet den Einsatz dieser Waffen gegen Menschen als Verstoß gegen das Kriegsrecht. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage lediglich, die Armee nutze ausschließlich legale Waffen und verstoße bei deren Anwendung nicht gegen internationale Bestimmungen.

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