Sa, 21. Juli 2018

Umweltkrimi

21.07.2016 19:43

Kontaminierte Asche im Görtschitztal entdeckt

Das Görtschitztal kommt nicht zur Ruhe! Nach dem Umweltdrama um den Giftstoff HCB sorgt jetzt mit Schadstoffen belastete "Bypass-Asche" aus dem Wietersdorfer Zementwerk für große Aufregung. Der Staub wurde zur Befestigung von Straßen und Wegen verbaut. Es gibt eine Anzeige wegen Umweltgefährdung.

Bereits vor Jahren hatten Anrainer angezeigt, dass das schwarze Material aus dem Werk in  Straßen und Forstwegen in  Klein St. Paul und Kappel verbaut worden sei. "Es handelt sich um Staub, der im Zementwerk beim Ausschleusen von Schadstoffen anfällt", sagt Umweltanalytiker Kurt Scheidl, der das Material beprobt hat.

"Wir sind dabei auf sehr hohe Chloridwerte, Chrom, Kupfer gestoßen", erklärt Anwalt Wolfgang List. Wie es heißt, sei das Material gefährlicher Abfall und hätte auf keinen Fall in die Umwelt gelangen dürfen.

Der Jurist hat Donnerstag Strafanzeige wegen "vorsätzlichem, umweltgefährdendem Behandeln und Verbringen von Abfällen" erstattet. Neben den Zementwerks-Chefs wurden auch Landesbeamte angezeigt, die auf Anzeigen nicht reagiert hätten.

"Wir werden die gesamte Causa sofort überprüfen", reagiert Umweltlandesrat Rolf Holub.

Bei Wietersdorfer wird bestätigt, dass dieser "Bypass-Staub", der in der Klinkerproduktion anfällt, zur Wegbefestigung verbaut worden ist - allerdings nicht illegal, sondern zulässig gemäß der ÖNORM. "w&p Zement"-Chef Wolfgang Mayr-Knoch spricht von "unseriösen Probenahmen" und einer "Skandalisierung". Der Fall liegt jetzt bei der Justiz.

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