Tankstellen-Test

Mahlzeit! Sechs von elf Weckerln verdorben

Oberösterreich
03.09.2006 19:28
Als ob die Spritpreise für Autofahrer nicht schon schlimm genug wären… Die „OÖ-Krone“ überprüfte gemeinsam mit der Arbeiterkammer die Qualität der Jausenweckerln an Tankstellen, machte dazu noch einen Preisvergleich. Mit teils niederschmetternden Ergebnissen: So sind viele Tankstellen gnadenlos teuer. Noch schlimmer aber: Gleich sechs der elf getesteten Weckerln waren „für menschlichen Verzehr ungeeignet“!

Sie sind oft die letzte Rettung - wenn man beim Einkaufen etwas vergessen hat oder der Hunger zwischendurch kommt. Allerdings - nach diesem Test vergeht wohl so manchem der Appetit. Denn selbst Georg Rathwallner, oberster Konsumentenschützer des Landes, gibt zu: „So ein schlechtes Ergebnis haben wir noch nie gehabt.“ Das Grauen in Zahlen: Die Jausenweckerln von sechs der elf überprüften Tankstellen wurden mit für menschlichen Verzehr ungeeignet bewertet. Ein vernichtendes Ergebnis, auch wenn Rathwallner weiß: „Das heißt nicht, dass sie gesundheitsgefährdend sind. Aber bei manchen Menschen könnten sie sich auf den Magen schlagen.“ Zwei Proben waren „wertgemindert“, nur drei „einwandfrei“.

AK empfielt: Jause lieber daheim zubereiten
Wie die Brötchen von Helmut Fink, Pächter einer Shell-Tankstelle in Traun. „Wir haben relativ viele Kunden, da muss alles ständig frisch zubereitet werden“, verrät Fink ein Erfolgsgeheimnis, das auch für die Jet von Gerhard Kaar in Ried/Innkreis gilt. Was auch Rathwallner so sieht: „Bei Tankstellen, wo weniger umgesetzt wird, bleibt eben so manches liegen.“ Deshalb empfiehlt die AK, die Jause lieber daheim zuzubereiten und in einer Kühlbox mitzunehmen.

Teure Oasen
Das ist nicht nur gesünder, sondern auch billiger. Denn ein Preisvergleich zwischen Lebensmittelhandel (keine Diskonter oder Mega-Ketten, sondern kleine Händler) und Tankstellen zeigte: Die Oasen für spätentschlossene Einkäufer sind teuer  richtig teuer. So beträgt etwa der Unterschied bei einer 0,5-Liter-Flasche Römerquelle sogar zwischen den einzelnen Tankstellen bis zu 122 (!) Prozent. „Das obliegt der Kalkulation der Kollegen“, hält sich Fink, der mit seinen Preisen übrigens im Mittelfeld liegt, bedeckt. Doch er sagt: „Ich geh´ gern zu Tankstellen einkaufen.“ Warum? „Weil man dort zu fast jeder Zeit das bekommt, was man braucht. Und meist ist die Qualität in Ordnung.“

Aber eben nicht immer. Eine Gefahr, die beim Spar-Supermarkt am Bahnhof nicht gegeben wäre  doch der muss ja sonn- und feiertags geschlossen bleiben…

 

Foto: Horst Einöder

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