Russland-Kontakte

Hoffnungsland, wo Diesel und Margarine blühen

Oberösterreich
30.08.2006 19:40
Die Ostöffnung erhöht den Druck auf unsere Bauern. Oberösterreichs Felder sind kleiner, steiniger und hügeliger als die riesigen, brettlebenen Anbauflächen Südrusslands, wo nun unser Landeshauptmann und Raiffeisengeneral fruchtbare Handelsbeziehungen knüpften: Linz bietet Qualität für Viehzucht, Rostov die nötige Quantität an Raps für Biodiesel und Sonnenblumen zur Margarineproduktion.

Auch wenn wir sie jetzt da und dort blühen sehen, reicht die heimische Ölfrüchteernte bei weitem nicht, weiß Vivatis-Chef Friedrich Seher, der mit 1600 Mitarbeitern 540 Millionen Euro umsetzt - und auch u. a. 10.000 Tonnen Sonnenblumenkerne pro Jahr verarbeitet: Er fand jetzt in der Raika-Partner-Bank Center Invest in der Millionenstadt Rostov am Don eine Quelle, die tausend Tonnen pro Tag heraussprudeln wird. Im Gegenzug will unser Nahrungsmittel-Multi eine High-Tech-Anlage zur Verwertung jener Schlachtabfälle liefern, die am Don noch sprichwörtlich „russisch“ entsorgt werden.

Weitere Geschäfte angebahnt
Als Reisebegleiter der Landes(bank)fürsten Josef Pühringer und Ludwig Scharinger konnten auch der Linzer VA-Intertrading-Chef Karl Mistlberger, der mit 400 Leuten 1,5 Milliarden Umsatz schafft, und der Astener Kornspitz-König Peter Augendopler, der mit 420 Mitarbeitern 93 Millionen Umsatz macht, weitere russische Geschäfte anbahnen: Der eine will im „Land der schwarzen Erde“ Getreide kaufen, der andere eine Brotfabrik beraten und mit Backmitteln beliefern. 

Um ihre oberösterreichischen Kunden in die aufstrebende südrussische Region Rostov zu begleiten, beteiligt sich die Raiffeisenlandesbank an der dortigen Center-Invest-Bank mit 3,6 Prozent und deren Kapitalerhöhung um 50 Millionen US-Dollar.

 

 

Foto: Richard Schmitt

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