29.08.2006 20:38 |

Touristen-Terror

Fahndung nach zwei Bombenlegern in Türkei

Nach dem tödlichen Bombenanschlag im südtürkischen Antalya hat die Polizei nach Fernsehberichten einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann werde derzeit verhört, so ein türkischer TV-Sender. Zwei weitere Verdächtige werden noch gesucht. Den Sicherheitsbehörden liegen laut Medien detaillierte Beschreibungen zu den beiden Personen vor. Unterdessen haben sich kurdische Extremisten zu dem Anschlag bekannt.

Bei einer Anschlagsserie an der türkischen Mittelmeerküste und in Istanbul sind drei Einheimische getötet und Dutzende Menschen verletzt worden, darunter auch ausländische Touristen. Eine der vier Bomben, die binnen 24 Stunden explodierten, ging am Montag in einer belebten Einkaufsgegend der Touristenhochburg Antalya hoch.

Warnungen vor Türkei-Besuch
Eine kurdische Rebellengruppe mit Verbindungen zur verbotenen Organisation PKK bekannte sich unterdessen zu den Anschlägen in der Hafenstadt Marmaris und in Istanbul. Für die Detonation in Antalya übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Die Gruppe Falken zur Befreiung Kurdistans warnte allerdings auf ihrer Internet-Seite zum wiederholten Mal Touristen vor einem Besuch der Türkei.

Sicherheitsvorkehrungen in Touristenorten verstärkt 
Antalya und Marmaris sind bei Deutschen und anderen mitteleuropäischen Touristen, aber auch bei Russen und Türken als Urlaubsziel beliebt. Die Sicherheitsvorkehrungen in türkischen Touristenorten wurden verschärft, Berichte über Stornierungen von Buchungen durch Urlauber lagen zunächst jedoch nicht vor.

Kampf für Unabhängigkeit kurdischer Gebiete
Die PKK wird von der Europäischen Union als Terror-Organisation betrachtet. Sie kämpft seit rund 20 Jahren für eine Unabhängigkeit der kurdischen Gebiete im Südosten der Türkei. In den vergangenen Jahren haben aber auch linksextreme und islamistische Gruppen Anschläge in der Türkei verübt.