Der illegale Straßenstrich in Innsbruck bleibt - wie berichtet - ein Dauerbrenner. Zum Leidwesen besorgter Anrainer. Im Vorjahr verzeichnete die Polizei zwar deutlich weniger Anzeigen, das liegt aber vor allem daran, dass sich die Politik nach wie vor nicht zu einem strengeren Gesetz durchringen konnte. Und das spielt freilich den kriminellen Zuhälterbanden in deren Karten!
Ab Einbruch der Dunkelheit geht es an den Hotspots Südring und Mitterweg ordentlich zur Sache. Wie berichtet, klagen Anrainer über unzumutbare Zustände - Sex wird da in aller Öffentlichkeit praktiziert und kriminelle Zuhälter verbreiten Angst und Schrecken.
Rolf Mayer (Name geändert), der nahe der Grassmayrkreuzung wohnt und die Machenschaften tagtäglich zu sehen bekommt, lässt kein gutes Haar an der Polizei. "Diese scheint das Ganze nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Die Szene ist zu gut organisiert, hat überall ihre Wachposten. Ich alarmierte schon öfter die Polizei. Es hieß immer, dass mein Anliegen gereiht wird, die Streife habe viel zu tun."
Keine Strafe für Freier
Die Exekutive betonte zuletzt, dass der Kampf gegen die kriminelle Sex-Szene durch die Polizei alleine nicht zu gewinnen sei - man könne den illegalen Straßenstrich lediglich eindämmen.
Hinsichtlich der illegalen Prostitution gab es im Vorjahr in Innsbruck 1383 Anzeigen - 2014 waren es noch 2560. Wegen der geringen Wirkung von Anzeigen laute der Grundsatz: "Polizeipräsenz hat Vorrang gegenüber der Zahl von Anzeigen."
Koalition weiter uneins
Eine Novellierung des Polizeigesetzes scheitert an der schwarz-grünen Koalition. Während die ÖVP eine Freier-Bestrafung und strengere Maßnahmen als das Dauerdelikt will, treten die Grünen für die Entkriminalisierung der Sexarbeit und eine "Erlaubniszone" ein…
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