Im Netz sorgen dubiose Inserate auf einer Online-Handelsplattform für Spekulationen, bei denen für abgenutzte Plüschtiere mehrere tausend Euro verlangt werden. User vermuten Kinderhandel, nun reagieren die Plattform und das Bundeskriminalamt. Auch die „Krone“ fand die ungewöhnlichen Anzeigen ...
Würden Sie für das abgenutzte Kuscheltier (siehe Video und unten) fast 5000 Euro zahlen? Wohl kaum. Dennoch ist das der Preis, den ein privater Anbieter auf „Vinted“ für einen abgenutzten Tiger im Fußballtrikot aufruft.
In der Artikelbeschreibung finden sich keine Erklärungen für den hohen Preis, sondern nur der Verweis: „1,9 Monate alt“ ...
Das Inserat, das die „Krone“ auf der Handelsplattform gefunden hat, passt zu den Spekulationen, die derzeit das Netz überschwemmen. Im Zentrum stehen dabei Angebote für gebrauchte Plüschtiere, für die teils mehrere tausend Euro aufgerufen werden.
Plüschtier, 14 Jahre alt, 1,64 Meter groß, um 15.000 Euro
Auffällig sind dabei nicht nur die hohen Preise, sondern auch zusätzliche Angaben wie Alter oder Körpergröße der Kuscheltiere. In einem Inserat soll ein Plüschtier 14 Jahre alt und 1,64 Meter groß sein und 15.000 Euro kosten, in einem anderen kostet eine Puppe mit der Beschreibung „4 Jahre, 102 cm“ mehr als 1000 Euro. Die Theorie der User: Könnte es sich dabei um Kinderhandel handeln?
Trolling und Verhandlungstaktik?
Die Plattform „Vinted“ weist das zurück. In einer Stellungnahme erklärt ein Sprecher des Unternehmens: „Uns sind die derzeit online zirkulierenden Anzeigen bekannt. Nach unseren aktuellen Untersuchungen haben wir jedoch keine Beweise gefunden, die diese Angebote mit Kinderhandel in Verbindung bringen.“ Die Altersangaben würden sich auf die Zielgruppe beziehen, hohe Preise könnten eine Verhandlungstatik sein.
Bei anderen geht „Vinted“ von Trolling bzw. Falschmeldungen aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Man nehme das Thema dennoch ernst und arbeite eng mit der Polizei zusammen.
Auch Bundeskriminalamt prüft Fälle
Dem Bundeskriminalamt sind diese Fälle bekannt. „Seitens des Bundeskriminalamts kann bestätigt werden, dass die eingelangten Hinweise ernst genommen werden und der zugrunde liegende Sachverhalt derzeit geprüft wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann jedoch kein einziger Fall von Kinderhandel im Zusammenhang mit den kursierenden Anzeigen bestätigt werden.“ Auch in Deutschland gehen die Ermittler den dubiosen Anzeigen nach. Es liegen derzeit aber „keine belastbaren Hinweise darauf vor, dass es sich um tatsächliche Angebote im Zusammenhang mit Kinder- oder Menschenhandel handelt“. Man hält die Anzeigen für „Fakes“.
„Krone“ kontaktierte den Verkäufer
Die „Krone“ hat übrigens versucht, den Anbieter des Fußball-Tigers zu kontaktieren und um eine Erklärung für den hohen Preis für ein Plüschtier aus dem McDonalds-Happy-Meal-Paket gebeten. Der Verkäufer, der 17 weitgehend positive Bewertungen hat, konnte nicht mehr antworten. Seine Anzeige wurde offenbar gelöscht.
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