Ausgewettet
bwin kündigt Schadensersatzklage an
Doch Kritik kommt nicht nur von den betroffenen Firmen, auch Sportvereine protestieren heftig gegen den Lizenz-Entzug, droht dem deutschen Sport doch ein gewaltiges Finanzloch. "Das ist eine Treibjagd gegen Wettanbieter", sagte Werder Bremens Marketing-Chef Manfred Müller. "betandwin" ist ab dieser Saison Sponsor der Bremer und mit dem Markennamen "bwin.de" auf den Trikots zu sehen. Werder soll rund sechs Millionen Euro im Jahr kassieren.
Außerdem wirbt "betandwin" auf den Trikots des Zweitligisten TSV 1860 München, weitere Clubs aus der 1. und 2. Bundesliga werden von dem Wettanbieter unterstützt. Zudem ist das Unternehmen Hauptsponsor des Ligapokals. Heftige Kritik an der Entscheidung des sächsischen Innenministeriums übte auch die Handball-Bundesliga (HBL), die mit "betandwin" einen Sponsoring-Vertrag über drei Spielzeiten hat.
Mit dem Vorgehen des Freistaates, der seine Entscheidung mit dem Schutz des staatlichen Wettmonopols und damit des Anbieters Oddset begründete, droht einer der größten finanziellen Unterstützer des deutschen Sports auszufallen.
Klage gegen "beispiellose Wettbewerbsverhinderung"
"Bereits in diesem Jahr hat mein Unternehmen mit einem Marketingbudget von 56 Millionen Euro, von dem der Großteil für Sponsoringaktivitäten rund um den Spitzen- und Breitensport entfallen ist, wesentlich mehr Mittel in den Sport investiert als Oddset, die lediglich 17 Millionen Euro an den Deutschen Sportbund als Sportförderung entrichteten", sagte Firmeninhaber Steffen Pfennigwerth, der mit einer Schadensersatzklage in Höhe von 500 Millionen Euro droht. Das Unternehmen wolle sich gegen die "beispiellose Wettbewerbsverhinderung" wehren.
Maßnahmen zur Eindämmung der Spielsucht
Das Bundesverfassungsgericht hatte im März das staatliche Monopol auf Oddset-Sportwetten für zulässig erklärt, aber an strenge Vorgaben zur Eindämmung der Spielsucht geknüpft. Das Gericht gewährte dem Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis Ende 2007. Seither gehen die Bundesländer gegen private Wettbüros vor. Der Lotteriestaatsvertrag sehe ein staatliches Monopol vor, das auf diesem Weg durchgesetzt werde, sagte Sachsens Innenstaatssekretär Jürgen Staupe. Sollte "betandwin" die Geschäfte nicht ruhen lassen, droht ein Zwangsgeld von 25.000 Euro sowie juristische Maßnahmen.
Keine Konsequenzen in Österreich
Für Österreich erwartet bwin keine Auswirkungen. Hierzulande würden gänzlich andere rechtliche Rahmenbedingungen gelten. Während in Deutschland ein Wettmonopol herrsche, bräuchten Anbieter in Österreich lediglich eine gewerberechtliche Genehmigung, über die bwin verfüge.







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