17.02.2016 19:25 |

Der Neandertaler:

Paarung mit Menschen schon vor 100.000 Jahren

Neandertaler und moderne Menschen sind sich offenbar bereits vor 100.000 Jahren näher gekommen - mehrere Zehntausend Jahre früher als bislang bekannt. Dies fand ein internationales Forscherteam durch verschiedene DNA-Analysen heraus. Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige moderne Menschen bereits früh aus Afrika auswanderten und sich mit Neandertalern vermischten.

Diese modernen Menschen starben aber später aus - sie gehören also nicht zu den Vorfahren der heute lebenden Nicht-Afrikaner, die Afrika erst vor etwa 65.000 Jahren verließen. Vor etwa 100.000 Jahren gab diese Gruppe jedoch ihr Erbgut an den Altai-Neandertaler weiter, teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Mittwoch mit.

Neandertaler-Überreste in Sibirien gefunden
Der Nachweis gelang im Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Zentralasien. Die Überreste wurden in einer Höhle im dem Gebirge im südlichen Sibirien nahe der russisch-mongolischen Grenze gefunden. "Seit der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms wissen wir, dass das Erbgut heute lebender Nicht-Afrikaner Neandertaler-DNA enthält und sich Neandertaler und moderne Menschen miteinander vermischt haben", erläuterte Sergi Castellano vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Die Analyse deuten auf eine Vermischung hin, die "erst stattfand, nachdem diese spezielle Neandertaler-Linie vor etwas mehr als 100.000 Jahren begann, sich von der Linie seiner europäischen Cousins getrennt weiterzuentwickeln", erklärte Adam Siepel vom New Yorker Cold Spring Harbor Laboratory.

Der moderne Mensch, der Gene an diesen speziellen Neandertaler weitergegeben hat, muss den Forschern zufolge einer speziellen Population angehört haben: Diese modernen Menschen verließen den afrikanischen Kontinent, bevor die Vorfahren heute lebender Europäer und Asiaten vor etwas weniger als 65.000 Jahren aus Afrika auswanderten.

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