Zyankali geraubt

20-Jähriger erschießt Eltern und Großmutter

Ausland
11.07.2006 13:35
Ein 20 Jahre alter Mann hat am Montag im deutschen Erbach in Baden-Württemberg seine Eltern und seine Großmutter erschossen. Wenige Stunden später raubte er in der Universität Ulm 20 bis 50 Gramm Zyankali. Eine Dosis von 50 Milligramm wirkt bei einem erwachsenen Menschen tödlich. Im Auto des Täters wurde ein Schreiben gefunden, in dem er sich zu den Taten bekennt und seinen Selbstmord ankündigte. Die Polizei fand die Leiche des jungen Mannes am Dienstag in Ulm.

Die Eltern und die 92-jährige Seniorin waren am Morgen in dem 13.000- Einwohner-Ort Erbach tot gefunden worden. Mit mehr als 300 Einsatzkräften durchkämmte die Polizei das unübersichtliche Universitätsgelände. Die Polizei fand die Leiche des jungen Mannes am Dienstag in Ulm. 

Mordserie in eigener Familie
Wahrscheinlich hat der 20-Jährige zunächst seinen 64 Jahre alten Vater und seine sieben Jahre jüngere Mutter in der gemeinsamen Wohnung im Schlaf erschossen. Anschließend hat er seine in einem nahe gelegenen Altenheim wohnende 92 Jahre alte Großmutter mit mehreren Schüssen umgebracht.

Details zu Todesursache und Tathergang soll eine Obduktion liefern. Wie der Mann in den Besitz der Waffe - vermutlich einer Pistole - kam, ist nicht klar. Aus der Familie war niemand im Besitz eines Waffenscheins.

Täter hat psychische Probleme
Das Motiv für die Bluttat ist unklar. Der 20-Jährige hatte nach Angaben der Ermittler psychische Probleme und war wiederholt in fachärztlicher Behandlung. Sein Studium der Chemie an der Universität Ulm hatte der junge Mann, der noch bei seinen Eltern lebte, im Frühjahr abgebrochen. 
Zyankali erpresst
Am Montagvormittag hatte der Täter eine Mitarbeiterin der Universität mit vorgehaltener Waffe zur Herausgabe des giftigen Pulvers gezwungen. Anschließend trat er mit der Beute innerhalb des Gebäudes, das er aus seiner Studentenzeit noch gut kannte, die Flucht an.

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