Streik am Flughafen

Pilotenstreik bei Iberia – 240 Flüge gestrichen

Ausland
10.07.2006 16:23
Ein Pilotenstreik bei Spaniens größter Fluglinie Iberia hat mitten in der Hauptreisezeit die Pläne tausender Passagiere durcheinander gebracht. Das befürchtete große Chaos an den Flughäfen blieb am Montag aber zunächst aus. Wegen des Ausstandes musste das Unternehmen rund 240 Flüge streichen.

Iberia hatte in Zeitungsanzeigen schon vergangene Woche vor dem Streik gewarnt und über Ausfälle informiert. Die Beschwerden an den Flughafenschaltern hielten sich daher in Grenzen, berichtete der Rundfunk. Sollte der Arbeitskampf wie geplant bis Sonntag dauern, müssten nach Angaben von Iberia fast 1700 Flüge gestrichen werden. Dies würde mehr als 200 000 Passagiere treffen.

Stellenkürzungen befürchtet
Mit dem Ausstand protestieren die rund 1800 Iberia-Piloten gegen die geplante Beteiligung des Unternehmens an der Billigfluglinie Catair, die im Herbst den Betrieb aufnehmen soll. Die Flugkapitäne befürchten, dass dies zu Stellenstreichungen beim Mutterkonzern führen wird und verlangen deshalb eine Arbeitsplatzgarantie. Iberia wies die Ängste als unbegründet zurück. Zugleich erklärte sich die Fluggesellschaft zu Zugeständnissen bereit. Der Streik bedeutet für das Unternehmen Einbußen von täglich fünf Millionen Euro.

Das Verkehrsministerium legte für die Piloten Mindestdienste fest. Danach gibt es auf den Routen zu den Kanaren und den Balearen keine Streichungen. Auch die meisten Langstreckenflüge sowie die Hälfte der Europa-Verbindungen seien garantiert, hieß es. Verbraucherverbände warfen der Pilotengewerkschaft Sepla vor, die Passagiere als Geiseln zu nehmen.

 

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