In 699 Tagen rollt der Fußball bei der EM in Österreich und der Schweiz - allerdings an Linz vorbei. Und damit auch der Rubel… Denn die Stahlstadt ist im Gegensatz zu Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck und Wien kein Austragungsort. Weshalb OÖFV-Boss Leo Windtner seufzt: „Wenn es bei uns eine ähnliche Euphorie gibt, wird das nicht nur mich als Fußball-Präsident schmerzen.“ Sollte man meinen - gilt aber nicht für Bürgermeister Franz Dobusch. Das Stadtoberhaupt erklärt beinhart: „Warum sollte das weh tun? Man kann nicht überall dabeisein!“
Unglaublich! Obwohl der Wirtschaft enorme Zuwächse durch die Lappen gehen, ist es ihm egal, dass Linz ausgesperrt ist? „Wir sind dafür Kulturhauptstadt 2009“, betont Dobusch vehement.
Profite über Umwege?
Eine Meinung, die der Bürgermeister exklusiv haben dürfte. Arcotel-Direktor Rinaldo Bortoli sagt etwa: „Es tut sehr weh, dass wir 2008 nicht dabei sind.“ Denn der 44-Jährige weiß, „dass unser Hotel in Klagenfurt schon jetzt für den Zeitraum der EM ausgebucht ist.“ Der Linzer Tourismusstratege Manfred Grubauer hofft, „dass wir über Umwege bei der EM dabeisein werden. Etwa durch Übertragungen auf Großbild-Leinwänden.“
Ins selbe Horn stößt LH Pühringer, der - wie auch Sport-Referentin Christiana Dolezal - zusätzlich ergänzt: „Vielleicht können wir davon profitieren, dass ein Teilnehmer bei uns sein Trainingslager aufschlägt.“
Nur - sollen die im Gugl-Oval trainieren, das mehr als verbesserungswürdig ist? „Man hätte Geld in die Hand nehmen, ein neues Stadion bauen müssen“, meint Architekt Wolfgang Kaufmann, „der Bund hätte ja einen Großteil der Kosten übernommen“.
Kosten? 30 bis 40 Millionen
Die sich auf 30 bis 40 Millionen Euro belaufen hätten. Weshalb man schon jetzt gespannt sein darf, was Dobusch sagt, wenn 2008 nicht nur Fans, sondern auch Firmen über Volltreffer jubeln. Und Linz sich einmal mehr nur auf Provinz reimt…
Foto: Martin Parzer
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