09.07.2006 13:56 |

Papst-Besuch

Benedikt XVI. zelebriert Freiluft-Messe in Valencia

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag in der spanischen Stadt Valencia vor hunderttausenden Gläubigen eine Messe unter freien Himmel zelebriert. Dabei betonte er die Unauflösbarkeit der Ehe und geißelte die "Übertreibung der individuellen Freiheit" in der modernen Gesellschaft. Der Gottesdienst ist zugleich Abschluss des fünften Weltfamilientreffens der katholischen Kirche.

Der Geist der Moderne begreife den Menschen immer häufiger als "ein autonomes Subjekt, als hätte sich dieses selbst erschaffen und würde allein auf sich selbst beruhen", warnte der Papst weiter. Der Freiluft-Messe wohnten laut Angaben der Veranstalter rund 1,5 Millionen Gläubige bei.

Bei dem zweitägigen Besuch waren die unterkühlten Beziehungen des Vatikans zur spanischen Linksregierung von Premier Zapatero unübersehbar. So nahm an dem Gottesdienst zwar das Königspaar teil, Zapatero blieb der Messe aber fern.

Ehe unauflöslich
Der Papst und Zapatero hatten sich am Samstag "über "Europa, den Frieden im Allgemeinen, die Familie, die Einwanderung und besonders über die Lage in Afrika" unterhalten. Der Vatikan kritisiert seit längerem die Familienpolitik Madrids, vor allem die Legalisierung der Eheschließung von Homosexuellen und die Einführung der "Blitz- Scheidung" innerhalb von drei Monaten. Allerdings vermied der Papst direkte und offene Kritik an der Politik Zapateros.

Der besondere Schutz für Ehe und Familie war das Leitmotiv des Papstbesuchs und des 5. Weltfamilientreffens. Eindringlich betonte Benedikt die Position der Kirche, wonach die "Ehe zwischen Mann und Frau" nicht aufgelöst werden könne. Mit Blick auf die "Homo-Ehe" bezeichnete der Papst bereits am Samstag die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau als "unersetzliche Institution" für die Gesellschaft.