08.07.2006 14:33 |

Nahost-Konflikt

Hamas schlägt Waffenruhe vor

Knapp zwei Wochen nach Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen hat sich erstmals die Chance einer Beilegung der Auseinandersetzungen abgezeichnet. Die Hamas-Regierung rief am Samstag zum Waffenstillstand auf. Israel beharrt jedoch weiterhin auf der Freilassung des entführten Soldaten und die Einstellung der Raketenangriffe auf israelisches Territorium.

„Wenn wir aus der gegenwärtigen Krise herauskommen wollen, müssen wir zur Ruhe zurückfinden, und zwar auf der Basis einer beiderseitigen Einstellung aller Militäroperationen“, sagte Kabinettssprecher Hamad in Gaza. Dies sei die ausdrückliche Position von Ministerpräsident Haniyeh.

Ohne Soldaten-Freilassung geht gar nichts
Der israelische Außenamtssprecher Regev erklärte, die Hamas müsse zunächst für die Freilassung des Soldaten Gilad Shalit und die Einstellung der Raketenangriffe auf israelisches Gebiet sorgen. Israel hat bisher jegliche Verhandlungen mit der Hamas-Regierung oder den mit ihr verbundenen Entführern abgelehnt.

Der Minister für Öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, signalisierte allerdings, nach einer Freilassung Shalits könnte sich Israel mit der Freilassung palästinensischer Gefangener erkenntlich zeigen. Palästinenserpräsident Abbas deutete an, Israel sei möglicherweise für einen solchen zweiphasigen Austausch bereit.

Israelische Panzer in Gaza
Bei ihrer Offensive rückten israelische Truppen indes bis an die Randbezirke Gazas vor. Panzer bezogen vor den Stadtteilen Shadshaiyeh und Seitun Stellung. Zugleich feuerte die Luftwaffe auf eine Gruppe Palästinenser und tötete zwei Hamas-Mitglieder. Aus Beit Lahiya im nördlichen Gazastreifen rückten die israelischen Truppen wieder ab.

Annan appelliert an beide Fronten
UN-Generalsekretär Kofi Annan ermahnte den Weltsicherheitsrat zu einer Stellungnahme zur jüngsten Eskalation des Nahost-Konflikts. Zugleich rief er Israelis und Palästinenser auf, um der Zivilpersonen Willen zurückzurudern.