2-jährige Flucht

Patrone verriet ¿Großvater aller Einbrecher¿

Eine leere Patronenhülse entlarvte nach zwei Jahren einen 68-jährigen deutschen Profi-Gauner, der sich in Freistadt damit den Weg frei geschossen hatte, als ihn die Wirtsfamilie im Chinarestaurant überrascht hatte. Im Herbst wurde der „Großvater aller Einbrecher“ in Klagenfurt erwischt. Seine Pistole passte zur Patrone.

68 Jahre - und noch kein bisschen weise: Der gebürtige Deutsche „besuchte“ im ganzen Bundesgebiet vor allem Gasthäuser, hatte Spezialwerkzeug dabei, um Zylinderschlösser abdrehen zu können. Im März 2005 wurde der Gauner in Klagenfurt auf frischer Tat erwischt. Neben seinen Einbruchsutensilien hatte er auch eine Pistole bei sich. Das chinesisch-koreanische Fabrikat ist eine Norinko L-213 mit dem Kaliber 9 Millimeter. Diese Waffe war 2002 aus einem Hamburger Geschäft gestohlen worden. Und sie passte haarscharf zu dem Coup in Freistadt - das ergaben umfangreiche ballistische Tests der Kärntner Sicherheitsbehörden.

Am 1. Juni 2004 hatte das Wirtsehepaar um 3.50 Uhr früh den gefährlichen Gauner-Opa in ihrem Lokal erwischt und gestellt. Der Verbrecher bedrohte die Chinesen mit seiner Waffe, gab dann sogar auf der Straße einen Schuss ab, als ihn der Wirt verfolgte. Die Chinesen versteckten sich darauf unter einem Tisch.

Der 68-jährige Meisterverbrecher wurde nun zwar überführt, leugnet aber die Tat. Er wird vom oö. Landeskriminalamt wegen Nötigung bei Gericht angezeigt, berichtet Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl.

Mittlerweile sitzt der „Gauner ohne Gnadenbrot“ in der Justizanstalt Suben in Auslieferungshaft. Er soll kommende Woche in sein Heimatland, nach Deutschland, überstellt werden.

 

 

Foto: Chris Koller

Donnerstag, 06. Mai 2021
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