Verfahren vertagt

Prozessmarathon ohne Ergebnis

Der Mord an der Linzerin Auguste Halama (86), die viele als „Sauna-Gusti“ kannten, bleibt vorerst ungesühnt. Die Geschwornenverhandlung gegen die frühere Nachbarin, die Slowakin Silvia Jancovicova (35), ging am Freitag nach einem Prozessmarathon von 13 Stunden ohne Urteil zu Ende. Zu viele Fragen waren ungeklärt. In einem Monat wird am Landesgericht Linz weiterverhandelt.

Silvia Jancovicova konnte oder wollte nicht viel zur Klärung des (Raub-)Mordes an Auguste Halama beitragen. Die zierliche, dunkelbrünette Frau will ihre Nachbarin kaum gekannt haben. Nur zögernd gibt sie Auskunft über ihr Leben. Ausführlich befragt Richter Karl Makovsky die gelernte Buchhalterin, warum sie Mann und drei Kinder in der Slowakei zurückgelassen hat. Ob jene zwei Männer, die, so Staatsanwalt Dietmar Gutmayer, der Grund für die Übersiedlung nach Österreich waren, auch ihre Liebhaber waren? Doch das Wort Liebe kommt der Angeklagten schwer über die Lippen. „Ihre Gesellschaft war mir halt angenehm.“

Durch die Aussagen dieser Männer wird sie belastet. Denn sie berichteten den Ermittlern von den finanziellen Problemen der Freundin. Und darauf stützt die Anklage das Raubmotiv.

War es ein Raubmord? Was wurde geraubt? Diese Fragen von Verteidiger Andreas Mauhart sind offen. 60 Cent sollen sich nach ihrem letzten Einkauf in der Geldbörse von Auguste Halama befunden haben. Dies und eine Rufdatenauswertung wollen die sehr aufmerksamen Geschwornen bei der nächsten Verhandlung am 10. Juli überprüfen, bevor sie über ihr Urteil beraten.

 

 

 

Foto: Erich Petschenig

Montag, 14. Juni 2021
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