Keine Überflutung

Kälte bewahrte OÖ vor Hochwasser

Seit Tagen regnet es mit nur kurzen Unterbrechungen. Die Wasserpegel der größten heimischen Flüsse Donau, Inn und Enns liegen aber unter den Hochwassergrenzen. Da die Schafskälte das Land fest im Griff hält, fällt der Niederschlag momentan über 1500 Metern als Schnee vom Himmel. Und die tiefen Temperaturen verhindern eine rasche Schneeschmelze.

Pünktlich zum meteorologischen Sommerbeginn packen viele nicht die Badehose, sondern die Schneeschaufel aus. Der einzige Trost: Die Hochwassergefahr ist momentan nicht akut. „Der Niederschlag bleibt in höheren Lagen liegen, weil es schneit. Da es aber auch in den nächsten Tagen unterhalb von 1500 Metern regnen wird, bleiben wir wachsam und berechnen ständig die aktuellen Wasserstände der größten Flüsse Oberösterreichs“, informiert Andreas Dworzak vom hydrographischen Dienst. Ausschlaggebend für ein mögliches Hochwasser ist der Inn. Die Wassermassen aus Tirol können sehr schnell nach Oberösterreich kommen. Momentan sieht Dworzak dort aber keine Gefahr. Auch die Schneelage in den niedrigeren Lagen bereitet dem Wasserexperten kein Kopfzerbrechen: „Der viele Schnee im Mühlviertel ist dank des Maiwetters nur langsam abgeschmolzen.“

Viel Schmelzwasser erwartet
Dennoch hängt die Hochwassergefahr wie ein Damoklesschwert über Oberösterreich: „Die Temperatur wird in den nächsten Tagen auf etwa 15 Grad und die Frostgrenze auf cirka 1800 Meter steigen. Somit ist mit viel Schmelzwasser zu rechnen“, erklärt Meteorologe Josef Haslhofer. Am Wochenende ist in der Pyhrn-Eisenwurzen mit starken Regenschauern zu rechnen. Im Zentralraum wechselhaft, im Innviertel könnte es trocken bleiben.

Mieses Wetter macht oft krank: Schwindel, Kopfweh, Müdigkeit
Melancholie im Juni: Das miese Wetter zu Sommerbeginn geht den Oberösterreichern auf die Nerven: Primar Werner Schöny vom Linzer Wagner-Jauregg weiß, dass viele Patienten über Symptome wie Schwindel, Kopfweh und Müdigkeit klagen. Viel frische Luft ist die beste Kur - auch wenn´s Überwindung kostet!

„Jene Landsleute, die wetteranfällig sind, fühlen sich derzeit natürlich schlecht“, bestätigt Primar Schöny und erklärt: „Wir haben auch im ambulanten Bereich mehr vegetative Beschwerden als sonst. Das heißt, die automatischen Systeme wie Blutdruck, Schweiß und Verdauung verursachen schneller Probleme als sonst. Am häufigsten sind diffuser Schwindel, Kopfweh und Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit und Lustlosigkeit.“

Das Rezept gegen die Wetter-Tristesse ist einfach: viel Bewegung in der frischen Luft. Und wer Gummistiefel, dicke Pullis und Regenjacken nicht mehr sehen kann, sollte sich zumindest einen Kinobesuch oder ein Konzert gönnen - und so die Lebensfreude wieder stimulieren.

 

 

Foto: Erich Petschenig

Freitag, 14. Mai 2021
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