Mehr Bürokratie

Drei Gremien sollen ein Theater bauen

Oberösterreich
01.06.2006 20:33
„Wer´s so bürokratisch angeht, wird nie ein Theater kriegen“, sieht der rote Planungsstadtrat Klaus Luger wieder einmal schwarz: Landeshauptmann Josef Pühringer will die Linzer 142-Millionen-Oper nicht unter einer straffen Regie, sondern über drei verschiedene Gremien aus Politikern, Beamten und Künstlern dirigieren.

Weil Stadt und Land in seltener Eintracht beschlossen haben, das Musiktheater gemeinsam über die Bühne zu bringen, will Luger auch nicht quertreiben, sondern nur rechtzeitig warnen: Weil die städtischen Großprojekte Lentos, Sporthalle, Wissensturm und Ebelsberger Umfahrung je von einer einzigen Errichtungsgesellschaft gut und schnell gebaut worden sind, sollte auch der Landesbauherr die Verantwortung nicht dreiteilen.

„Nicht wie ein Bürokrat, sondern ein Manager organisieren“, ersucht Luger Pühringer, die geplanten Strukturen zu vereinfachen, obwohl in jedem der drei Gremien auch Politiker und Beamte der Landeshauptstadt mitreden werden, die 35 Millionen Steuereuro beisteuern wird.

Im „Lenkungsausschuss“ wären etwa Kulturreferent Erich Watzl (VP) und Finanzstadtrat Johann Mayr (SP) vertreten. In der „Projektsteuerung“ die Stadt-Ingenieure Amesberger und Sonnleitner und schließlich in der „Kernprojekt-Theater“-Steuerung Stadt-Kulturdirektor Janko. Dessen Personalchef Luger befürchtet aber, dass der übergeordnete Lenkungsausschuss rechtlich gar nicht beschlussfähig wäre, weil er nicht aus dem kompletten Aufsichtsrat der neuen Theater- und Orchester-Gesellschaft besteht.

 

Foto: Chris Koller

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