Palästinenser-Demos
Aufruf zum “Freitag der Revolution” in Israel
Die israelische Polizei kündigte am Donnerstagabend an, zum Freitagsgebet auf dem Jerusalemer Tempelberg würden aus Sicherheitsgründen nur Männer im Alter von über 40 Jahren zugelassen. Der Tempelberg ist das wichtigste Heiligtum im Judentum und nach Mekka und Medina das drittwichtigste im Islam.
Enorme Sicherheitsvorkehrungen
Nach Angaben der israelischen Armee werden am Sonntag 300 Soldaten die in Jerusalem stationierte Polizei verstärken. Schon am Donnerstag zeigten die israelischen Sicherheitskräfte in der zwischen Israelis und Palästinensern umstrittenen Stadt massive Präsenz. Mit Gewehren bewaffnete Polizisten und Grenzbeamte kontrollierten Plätze, Kreuzungen und Straßen und patrouillierten an Stellen, wo sie sonst nicht zu sehen sind.
Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Mittwoch die Polizei ermächtigt, die arabischen Viertel in Ostjerusalem im Falle von Spannungen abzuriegeln oder eine Ausgangssperre zu verhängen. Weitere Maßnahmen sehen unter anderem vor, die Waffengesetze für Israelis zu lockern. Sechs Armeekompanien werden der Polizei unterstellt, um vor allem die Überwachung der Sperranlage zum Westjordanland zu verstärken. Die Wohnhäuser von Attentätern sollen künftig binnen 72 Stunden zerstört und an ihrer Stelle keine neuen Bauten erlaubt werden.
Gewalt eskaliert: Dutzende Tote seit Monatsbeginn
Seit Monatsbeginn wurden bereits mehr als 30 Palästinenser getötet. Rund die Hälfte von ihnen waren Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Im gleichen Zeitraum starben sieben Israelis bei Attentaten. Die meisten Attentäter kamen aus arabischen Vierteln Ostjerusalems. Erst am Dienstag hatten zwei Attentäter in einem Linienbus neben Messern auch eine Schusswaffe eingesetzt und zwei Passagiere getötet. Zudem starb ein Rabbiner, als ein Palästinenser in einem ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem mit seinem Auto eine Bushaltestelle rammte.
Heilige Stätte der Juden in Brand gesteckt
In der Nacht auf Freitag setzten Palästinenser eine für Juden heilige Stätte im Westjordanland in Brand. Bei dem Anschlag auf das Josefsgrab bei Nablus seien Molotowcocktails zum Einsatz gekommen, teilten die israelische Armee und palästinensische Sicherheitskräfte mit. Es seien schwere Schäden entstanden.
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