An Grenze beordert:

Personal-Notstand bei Polizei

Kärnten
11.10.2015 19:07
Die Polizeigewerkschaft schlägt Alarm: Die Flüchtlingswelle habe den Personalnotstand in Kärnten noch weiter verschärft. Polizisten werden immer wieder an die Grenzen beordert; vor allem die Einsatzgruppen stehen beinahe rund um die Uhr in Rufbereitschaft; Beamte haben auch finanzielle Einbußen zu tragen.

Sogar der reguläre Betrieb sei nur noch mit großen Abstrichen aufrecht zu erhalten. Beim Bleiburger Wiesenmarkt etwa seien jedoch die Grenzen aufgezeigt worden. Da die Einsatzgruppe, die dort üblicherweise für Ordnung sorgt, auf Grenzeinsatz war, wurde ihre Aufgabe von Sektorstreifen der Nachbarbezirke übernommen. Damit war dort nicht einmal mehr die "Mindestpräsenz" gegeben. Als es in St. Veit zu drei Einsätzen kam, mussten Kollegen aus Feldkirchen aushelfen.

Mittlerweile haben Personalvertreter aller Fraktionen protestiert; ein hoher Offizier wurde sogar zum Rücktritt aufgefordert.

Bei den Dienstzuteilungen herrsche überdies Chaos: "Als die ersten Beamten an die Grenze kamen, hatten sie während ihrer 14-Stunden-Schicht weder Toilette, Wasser noch Verpflegung. Jetzt können sie wenigstens wegfahren, um zu essen", berichtet ein Gewerkschafter. "Und nach fast drei Wochen passt auch die Ausrüstung halbwegs."

Allerdings würden Beamte hin- und hergeschoben wie auf einem Spielbrett: "Unsere Leute müssen nach Salzburg; wenn es dann hier knapp wird, werden uns Vorarlberger zugeteilt!"

Die seltsamen Verschiebungen führen auch zu finanziellen Einbußen.

Am schlimmsten ist es für die Einsatzgruppe: "Sie ist mittlerweile beinahe rund um die Uhr in Rufbereitschaft." Ein Beamter aus Unterkärnten: "Manchmal rückt man für vier Stunden aus, darf dann heim, um dort für 1,50 € pro Stunde am Telefon auf den nächsten Einsatz zu warten." Die Rufbereitschaft musste angeordnet werden, da die Beamten nicht mehr freiwillig zurückrufen wollten…

Laut Führung ist alles in Ordnung. Polizeisprecher Rainer Dionisio: "Wir haben Alpinkurse, Musikproben, Konzert und berufsbegleitende Maßnahmen abgesagt, damit der Regeldienst ohne Abstriche weitergeht." Ein Gewerkschafter: "Das war eine reine Alibiaktion!"

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