Mi, 19. September 2018

Komplizen gefasst

29.06.2015 18:34

Tunesien: Erste Festnahmen nach Strand-Anschlag

Nach dem Anschlag auf ein Strandhotel mit 38 Toten hat es in Tunesien erste Festnahmen gegeben. "Eine bedeutende Anzahl von Menschen aus dem Netzwerk" hinter dem Attentäter sei gefasst worden, sagte der tunesische Innenminister Mohammad Najem Gharsalli am Montag. Zu dem Anschlag am Freitag hat sich die Extremistenorganisation Islamischer Staat bekannt. Als Attentäter haben die Behörden den 23-jährigen tunesischen Studenten Seif Rezgui identifiziert, der von der Polizei erschossen wurde.

Rezgui hatte im Hotel und am Strand mit einer Kalaschnikow auf ausländische Touristen geschossen. Wie lange der Attentäter wüten könnte, bevor ihn die Polizei getötet hat, ist unklar. In einigen Agenturberichten ist die Rede von rund fünf Minuten. In anderen Quellen heißt es unter Berufung auf Augenzeugen, dass der Angreifer zwischen 30 und 40 Minuten Zeit gehabt hat, um seine Opfer zu töten. Daher wurde Kritik laut, dass die Polizei den Attentäter nicht früher stoppte. Das Innenministerium wollte auf eine entsprechende Anfrage zunächst nicht regieren und verwies auf laufende Ermittlungen. Inzwischen tauchte auch ein Amateur-Video auf, das den Attentäter während der Bluttat zeigt.

Mutmaßliche Komplizen festgenommen
"Eine erste Gruppe" von mutmaßlichen Unterstützern des Attentäters sei festgenommen worden, sagte Gharsalli am Montag. Angaben zur genauen Zahl oder ihre Zugehörigkeit zu einer Organisation machte er nicht. Die Behörden prüften zudem, ob Rezgui in libyschen Dschihad-Camps ausgebildet worden sei. Gharsalli versprach den Opfern und ihren Angehörigen, dass die Täter vor Gericht gestellt würden.

Unter den 38 Todesopfern sind vor allem Briten. Die Regierung in London bestätigte den Tod von 18 Landsleuten, am Ende könne die Zahl "um die 30" betragen. Österreicher sind laut Außenministerium nicht unter den Todesopfern oder unter den Verletzten. Die Zahl der deutschen Todesopfer stieg auf zwei, wie das deutsche Auswärtige Amt mitteilte.

Touristen verlassen Tunesien fluchtartig
Nach dem Anschlag hatten Tausende Touristen fluchtartig das Land verlassen. Tunesiens Tourismussektor, der direkt oder indirekt rund 400.000 Menschen beschäftigt und sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, droht nun der Zusammenbruch.

Ab dem 1. Juli sollen nun 1.000 bewaffnete Polizeibeamte zur Verstärkung der Tourismuspolizei außerhalb von Hotels, an Stränden und archäologischen Stätten eingesetzt werden, wie das Tourismusministerium in Tunis mitteilte. Erstmals sollen auch die Beamten der Tourismuspolizei bewaffnet patrouillieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Gegen Paris
3:2 - Klopps Liverpool siegt in letzter Minute
Fußball International
Zahlreiche Stichwunden
Spanische Top-Golferin Barquin (22) ermordet!
Sport-Mix
Zweite deutsche Liga
Salzburg-Leihgabe Hwang schießt HSV zum Sieg
Fußball International
Rückzug als Parteichef
Kern wird SPÖ-Spitzenkandidat bei Europawahl
Österreich
Bayern-Start in die CL
Rummenigge warnt vor Benfica ++ Sanches im Fokus
Fußball International
Perfekter CL-Start
Krasse Messi-Gala bei 4:0-Triumph des FC Barcelona
Fußball International
Nach Ekel-Attacke
Vier Spiele Sperre für Juve-Spucker Douglas Costa
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.