Mi, 15. August 2018

Agenten in Gefahr

14.06.2015 09:58

Russland und China knackten Snowden-Dokumente

Russland und China haben sich Medienberichten zufolge in den Spionagedaten-Fundus des Informanten Edward Snowden gehackt. Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 sei dadurch gezwungen gewesen, Agenten aus Einsätzen in "feindlich gesinnten Ländern" abzuziehen, berichtete die britische "The Sunday Times" in der Nacht auf Sonntag.

Die Zeitung berief sich auf Quellen im Sitz des Premierministers, im Innenministerium und in Sicherheitsbehörden. Dem Bericht zufolge verschaffte sich etwa Russland Zugang zu mehr als einer Million Geheimdokumenten aus dem Snowden-Fundus.

MI6-Agenten vorsorglich versetzt
Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte der britischen BBC, die Agenten seien versetzt bzw. vorsorglich aus laufenden Einsätzen in "feindlichen Ländern" abgezogen worden, weil Russland und China Snowden-Dateien lesen können. Es gebe keine Hinweise darauf, dass einem von ihnen geschadet worden sei. Russlands und Chinas "Wissen darüber, wie wir arbeiten", habe verhindert, dass Großbritannien an "wichtige Informationen" gelange, zitierte die BBC den Regierungsvertreter.

Snowden hat eine der größten Geheimdienstaffären der vergangenen Jahren ans Licht gebracht. Der Computerspezialist hatte zunächst für den US-Geheimdienst CIA gearbeitet und war unter anderem in Genf stationiert. Später wechselte er zu der Vertragsfirma Booz Allen Hamilton. Für Booz arbeitete er als externer Mitarbeiter bei der National Security Agency (NSA).

1,7 Millionen Datensätze kopiert
Als Systemadministrator hatte er Zugriff auf viele Dokumente - und kopierte Tausende Unterlagen. Insgesamt soll er sich 1,7 Millionen Datensätze beschafft haben und diese an Journalisten weitergereicht haben. Seit zwei Jahren werden daraus immer neue Informationen über die weltweiten Überwachungsaktivitäten der NSA und ihres britischen Verbündeten GCHQ bekannt.

Snowden wird von den USA gesucht. Auf seiner Flucht strandete er in Russland und genießt dort Asyl. Der Zeitung "New York Times" hatte er im Oktober 2013 gesagt, er habe keine geheimen Dokumente mit nach Russland genommen. Er habe im Juni in Hongkong vor der Weiterreise nach Russland alle Unterlagen an Journalisten übergeben. Er habe keine Kopien behalten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Russen oder Chinesen irgendwelche Dokumente bekommen haben, liegt bei null Prozent", betonte Snowden in dem Interview.

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