Expertenbericht

Behördenpfusch im HCB-Skandal

Kärnten
18.05.2015 16:58
Erschütterndes Zeugnis für die Behörden im Skandal um das Umweltgift HCB – mit dem Lebensmittel verseucht und die Gesundheit Tausender gefährdet worden ist! Ein Juristenbericht legt jetzt die Chronik des Versagens offen: Genehmigungen wurden im Eilverfahren ohne genaue Prüfung erteilt, bei Berechnungen für die Verbrennung des Giftmülls im Zementwerk gab es schwere Fehler.

Um die wohl gefährlichste Altlast Österreichs zu sanieren, hat die Behörde die Verbrennung des Giftmülls im Zementwerk in Wietersdorf genehmigt. Die Folge: "So ziemlich alles, was vorne ins Werk eingebracht wurde, kam beim Kamin wieder heraus", ist Rechtsexperte Bernhard Raschauer "erschüttert". Die Experten um Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk haben die Verantwortung für den Giftskandal untersucht. Fazit: Die Behörden haben massive Mitschuld daran, dass die Umweltbombe hochgehen konnte. Die Genehmigung für die Verbrennung des Umweltgiftes wurde im Eilverfahren durchgezogen. "So schnell bekommen sie in Kärnten keine Baugenehmigung", stellt Raschauer fest.

Die Bezirkshauptmannschaft wusste nichts von Genehmigungen auf Landesseite, das Land nichts von jenen der BH. Der Landeshauptmann hätte die Blaukalk-Verbrennung so nicht genehmigen dürfen. "Ein wesentlicher Mangel liegt vor", kritisiert Funk. Über die Hintertür sei das Zementwerk durch zwei Bescheide "zu einer Sonderabfallbehandlungsanlage geworden, in der auch Klinker produziert wird", heißt es im Bericht, der im Original der "Krone" vorliegt.

Ihren Lauf nimmt die Chronologie des Versagens mit Rechenfehlern beim Probebetrieb für die Einbringung des Blaukalks. Dieser sei immer falsch deklariert worden, so die Juristen. In der Verantwortung sehen die Autoren nicht nur die Behörden, sondern auch die Betreiber der „Donau-Chemie“-Deponie und des "w&p"-Zementwerkes.

Während die Kripo im Auftrag der Justiz ermittelt, gibt es auf Landesseite trotz der massiven Kritik der Kommission noch immer keine Konsequenzen. Der Bericht wird der Staatsanwaltschaft und dem HCB-U-Ausschuss vorgelegt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Kärnten
18.05.2015 16:58
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung