Präsident zurück

Burundi: Putschisten scheitern und geben auf

Ausland
15.05.2015 15:42
Der Putschversuch im ostafrikanischen Land Burundi ist gescheitert. "Wir haben entschieden, uns zu ergeben. Ich hoffe, sie bringen uns nicht um", sagte Putschistenführer Godefroy Niyombare am Freitag nach Angaben des französischen Auslandsradiosenders RFI. Niyombare sowei drei weitere führende Putschisten wurden laut Regierung festgenommen. Die Aufständische wurden aufgefordert, sich zu ergeben, "bevor wir eine Operation starten, um sie zu finden".

Bürgerrechtsgruppen wollen die Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza, der am Freitag wieder an seinen Amtssitz in der Hauptstadt Bujumbura zurückgekehrt ist, dennoch fortsetzen. "Die Proteste gegen eine dritte Amtszeit von Nkurunziza werden fortgesetzt", sagte Gordien Niyungeko, der stellvertretende Chef von Focode, einer von 300 Bürgergruppen, die gegen eine dritte Amtszeit des Staatschefs protestieren. Der Aktivist betonte allerdings: "Unsere Bewegung hat nichts mit dem Putschversuch zu tun."

Der frühere Geheimdienstchef und derzeitige Generalmajor Niyombare hatte am Mittwoch die Reise des Präsidenten zu einem Burundi-Krisengipfel ins Nachbarland Tansania für einen Umsturzversuch genutzt. Vorausgegangen waren Massenproteste, weil Nkurunziza entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte.

Putschisten von Anfang an auf verlorenem Posten
Nach dem Umsturzversuch hatte es nach Berichten von Augenzeugen am Mittwoch Jubel und Freudenfeiern in der Hauptstadt Bujumbura gegeben. Aber am Donnerstag brachen Kämpfe zwischen Regierungstreuen und Putschisten aus, die anscheinend nie die Kontrolle im ganzen Land hatten.

Das kleine Land mit rund zehn Millionen Einwohnern wurde in der Vergangenheit immer wieder von ethnischer Gewalt zwischen der Hutu-Mehrheit (rund 85 Prozent) und der Tutsi-Minderheit (rund 14 Prozent) erschüttert. Vor zwölf Jahren endete ein blutiger Bürgerkrieg mit mindestens 300.000 Toten.

50.000 Menschen seit April in Nachbarländer geflohen
Wegen der jüngsten Unruhen sind nach Schätzungen der UNO seit Mitte April rund 50.000 Menschen in die Nachbarländer geflohen. Vor dem Krisengipfel hatten viele Regierungen sowie die Afrikanische Union den Staatschef aufgefordert, seine Pläne für eine dritte Amtszeit aufzugeben. Die Verfassung Burundis sieht nur zwei Amtszeiten für den Präsidenten vor. Nkurunziza aber argumentierte, er sei 2005 vom Parlament und nicht vom Volk eingesetzt worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
15.05.2015 15:42
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung