Präsident zurück
Burundi: Putschisten scheitern und geben auf
Bürgerrechtsgruppen wollen die Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza, der am Freitag wieder an seinen Amtssitz in der Hauptstadt Bujumbura zurückgekehrt ist, dennoch fortsetzen. "Die Proteste gegen eine dritte Amtszeit von Nkurunziza werden fortgesetzt", sagte Gordien Niyungeko, der stellvertretende Chef von Focode, einer von 300 Bürgergruppen, die gegen eine dritte Amtszeit des Staatschefs protestieren. Der Aktivist betonte allerdings: "Unsere Bewegung hat nichts mit dem Putschversuch zu tun."
Der frühere Geheimdienstchef und derzeitige Generalmajor Niyombare hatte am Mittwoch die Reise des Präsidenten zu einem Burundi-Krisengipfel ins Nachbarland Tansania für einen Umsturzversuch genutzt. Vorausgegangen waren Massenproteste, weil Nkurunziza entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte.
Putschisten von Anfang an auf verlorenem Posten
Nach dem Umsturzversuch hatte es nach Berichten von Augenzeugen am Mittwoch Jubel und Freudenfeiern in der Hauptstadt Bujumbura gegeben. Aber am Donnerstag brachen Kämpfe zwischen Regierungstreuen und Putschisten aus, die anscheinend nie die Kontrolle im ganzen Land hatten.
Das kleine Land mit rund zehn Millionen Einwohnern wurde in der Vergangenheit immer wieder von ethnischer Gewalt zwischen der Hutu-Mehrheit (rund 85 Prozent) und der Tutsi-Minderheit (rund 14 Prozent) erschüttert. Vor zwölf Jahren endete ein blutiger Bürgerkrieg mit mindestens 300.000 Toten.
50.000 Menschen seit April in Nachbarländer geflohen
Wegen der jüngsten Unruhen sind nach Schätzungen der UNO seit Mitte April rund 50.000 Menschen in die Nachbarländer geflohen. Vor dem Krisengipfel hatten viele Regierungen sowie die Afrikanische Union den Staatschef aufgefordert, seine Pläne für eine dritte Amtszeit aufzugeben. Die Verfassung Burundis sieht nur zwei Amtszeiten für den Präsidenten vor. Nkurunziza aber argumentierte, er sei 2005 vom Parlament und nicht vom Volk eingesetzt worden.
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