Fr, 17. August 2018

Nepal-Erdbeben

29.04.2015 12:48

Mann überlebte vier Tage unter den Trümmern

Den Rettern im nepalesischen Erdbebengebiet läuft die Zeit davon: Im Mai erreicht der Monsun das Land, schon jetzt erschweren Regenfälle immer wieder die Arbeiten. Im Wettstreit um Nahrungsmittel wächst zugleich die Aggressivität. Dennoch gibt es immer wieder Hoffnung: So wurde ein junger Mann vier Tage nach dem Beben aus den Trümmern eines Hotels in Kathmandu geborgen.

Allerdings zogen die Bergungskräfte vor allem Tote aus den Trümmern - inzwischen sind es allein in Nepal mehr als 5.000. Helfer fürchten, dass die Zahl deutlich steigt, wenn weitere abgelegene Regionen erreicht werden.

Streit um Trinkwasser
Wegen der schlechten Versorgungslage mehrte sich Kritik an der Regierung. Es gebe bereits vereinzelte Streitereien um Trinkwasser, berichtete das UNO-Büro für Katastrophenhilfe (OCHA) in der Nacht auf Mittwoch. "Ungleiche Verteilung erhöht das Risiko von Auseinandersetzungen unter den Betroffenen", hieß es. Regierungschef Sushil Koirala warb am Dienstagabend um Verständnis: Die Regierung werde aus ihren Fehlern lernen, betonte er.

Der ohnehin überlastete Flughafen in Kathmandu musste am Mittwoch laut den Behörden vorübergehend wegen Rissen in der Landebahn gesperrt werden. Die Schäden seien aber schnell repariert worden. Zahlreiche Flüge mit Helfern und Hilfsmaterial mussten in den vergangenen Tagen wegen Überlastung des Flughafens unverrichteter Dinge wieder umkehren.

Hilfsteams aus 15 Nationen
Mittlerweile sind Hilfsteams aus 15 Nationen in Nepal - koordiniert von den Vereinten Nationen und der nepalesischen Regierung. Am meisten würden derzeit Suchtrupps gebraucht, aber auch Zelte für Krankenhäuser, Leichensäcke und Generatoren, teilte OCHA mit.

Unterstützung kam auch aus dem Vatikan: Der Päpstliche Rat Cor Unum hat 100.000 Euro Dollar Soforthilfe überwiesen, teilte Kathpress mit. Die Summe sei ein erster konkreter Ausdruck der Nähe und Ermutigung von Papst Franziskus. Die österreichische Caritas hatte am Dienstag 250.000 Euro als Erdbeben-Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Acht Millionen Menschen betroffen
Das Beben hatte am Samstag große Teile des 31-Millionen-Landes Nepals sowie das angrenzende Indien und das chinesische Tibet getroffen. Direkt betroffen sind nach UNO-Angaben rund acht Millionen Menschen. In den Gebieten rund um das Epizentrum sind bis zu 90 Prozent der Gesundheitsversorgung nicht funktionsfähig.

Viele von Kathmandus rund 700.000 Einwohnern sind auf der Straße, um nach dem Überlebensnotwendigsten zu suchen. "Wir müssen jetzt Essensvorräte anlegen", sagte etwa Chejum Gurung, die sich sechs Kindern aus ihrer Nachbarschaft angenommen hat. "Ich fühle noch immer, dass sich der Boden unter mir bewegt - oder vielleicht sind es nur meine Beine."

Angst vor Nachbeben
Aus Angst vor Nachbeben verbrachten Tausende Menschen die Nächte im Freien. Indes verbreiten sich auch Gerüchte wie ein Lauffeuer: Er habe gehört, dass das nächste Beben die Stärke 15 haben werde, sagte etwa ein junger Mann. Regierungsbehörden und Helfer baten in sozialen Netzwerken, die Menschen nicht mit unwahren Spekulationen zu erschrecken.

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