Die Entdeckung könne zu einem besseren Verständnis der Entstehung der Saturn-Ringe führen, urteilen Frank Spahn und Jürgen Schmidt von der Universität Potsdam in einem Begleitkommentar in "Nature". Das Team von Tiscareno hatte charakteristische propellerförmige Lücken in dem Ring beobachtet, die den Forschern zufolge von den Mini-Monden geformt worden sind.
Stücke eines gebrochenen Eisklumpens
Diese Beobachtung stützt die gängige Theorie zur Entstehung der Saturn-Ringe. Demnach ist wahrscheinlich vor Milliarden von Jahren ein Eisklumpen auseinander gebrochen, aus dessen Einzelteilen sich dann die majestätischen Ringe gebildet haben. "Diese kleinen Monde sind wahrscheinlich Stücke davon", sagte Cornell-Forscher Joseph Burns.
"Die "Propeller" bieten eine einzigartige Chance, die Zahl solcher eingebetteten Möndchen abzuschätzen", schreiben Spahn und Schmidt. Die Leiterin des "Cassini"-Bildverarbeitungsteams, Carolyn Porco, sprach von der "Eröffnung einer neuen Dimension in unserer Erforschung der Saturn-Ringe".
Über 100.000 Saturn-Ringe
Saturn ist der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Die Monde sind in dem größeren, äußeren A-Ring entdeckt worden. Normalerweise werden von den über 100.000 Saturn-Ringen auf Übersichten nur die beiden großen A- und B-Ringe abgebildet.
Existenz der Kleinstmonde belegt
Die amerikanisch-europäische Doppelsonde "Cassini-Huygens" schwenkte am 1. Juli 2004 in das Saturn-System ein und machte dabei die Aufnahmen, die eine Existenz der Kleinstmonde belegen. Direkt fotografiert hat "Cassini" die Möndchen nicht, dazu sind diese Saturntrabanten zu klein. Die ESA-Sonde "Huygens" landete im Januar 2005 auf dem Saturnmond Titan. "Cassini" soll insgesamt 74 Mal den Gasplaneten Saturn umrunden.
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