30.03.2006 09:11 |

Terror-Prozess

Moussaoui möchte zum Tode verurteilt werden

Im US-Terrorprozess gegen Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft den Angeklagten direkt für die Anschläge vom 11. September mit rund 3000 Todesopfern verantwortlich gemacht. Moussaoui habe Menschen getötet, weil er mit tödlicher Absicht gelogen und die Anschlagspläne verschwiegen habe, sagte Staatsanwalt David Raskin am Mittwoch in seinem Schlussplädoyer vor Gericht in Alexandria (Virginia). Der Angeklagte sei mit der Absicht in die USA gekommen, so viele Menschen wie möglich umzubringen. Moussaoui hofft auf die Todesstrafe.

Da sich Moussaoui bereits vor dem Prozess in sechs Anklagepunkten, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem 11. September stehen, schuldig bekannt hatte, geht es in dem Verfahren nur um das Strafmaß. Für die Todesstrafe muss die Anklage nachweisen, dass Moussaoui wissentlich an einem Anschlag gegen US-Bürger teilnahm und dass seine Lügen zum Tod von mindestens einem Menschen geführt haben. Auf jeden Fall droht dem Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Moussaoui hoffte auf aktive Teilnahme an Attentaten
Nach den Worten von Verteidiger Edward MacMahon war Moussaoui nur in seinen Träumen an den Anschlägen beteiligt. "Moussaoui wäre am 11. September gern an Bord eines Flugzeuges gegangen, aber er wurde nicht gefragt", sagte der Pflichtverteidiger. Der Angeklagte versuche jetzt, für sich eine Rolle in der El-Kaida-Geschichte zu schreiben, obwohl er nur ein Anhänger des Terrornetzwerkes gewesen sei.

Dagegen sagte Staatsanwalt Raskin, dass El Kaida seine Mitglieder zum Lügen ausgebildet habe. Lügen sei der Grundkurs in der Terroristen-Ausbildung.

Überraschende Geständnisse um eigene Hinrichtung zu forcieren
Mit überraschenden Geständnissen und eigenen Belastungen in letzter Minute wollte Moussaoui offensichtlich die Todesstrafe forcieren, um als Märtyrer ins Paradies zu kommen. So hatte der 37- Jährige vor seinem Prozess der Anklage ein Schuldbekenntnis angeboten, um bessere Haftbedingungen vor seiner erwarteten Hinrichtung zu erreichen.

Am Montag hatte Moussaoui im Zeugenstand erstmals behauptet, dass er von den Plänen für die Anschläge vom 11. September wusste und am selben Tag selbst ein Flugzeug ins Weiße Haus steuern wollte. Moussaoui war drei Wochen vor den Terroraktionen in den USA festgenommen worden.