Erneuter Sparkurs:

Militärmusik soll reduziert werden

Kärnten
03.04.2015 17:00
Für Kopfschütteln und Entsetzen sorgt in Kärnten der Sparerlass des Verteidigungsministeriums, nach dem die Militärmusik, wie berichtet, von 50 auf 20 Mitglieder reduziert werden soll. Das wäre das "Aus" für den international geschätzten Klangkörper. "Die könnten nicht einmal mehr Trauermärsche spielen", sagt ein Experte, und: "Da wird mit einem Federstrich Kulturgut vernichtet!"

Die noch aktiven Musiker der Militärmusik Kärnten haben faktisch einen Maulkorb erhalten. Keiner will offiziell zu den Einsparungen Stellung nehmen, Sanktionen werden befürchtet. Aber Arthur Lanzer, er war von 2000 bis 2011 Musikmeister der Militärmusik und von 1990 bis 2013 Kapellmeister der mehrfach ausgezeichneten Stadtkapelle Feldkirchen, nimmt sich kein Blatt vor den Mund und spricht auch für seine ehemaligen Kollegen: "Mit 20 Musikern kann man ja nur noch böhmisches Repertoire spielen oder höchstens Big Band-Stücke. Keine Märsche mehr, geschweige denn Sinfonisches."

Die Militärmusik Kärnten – derzeitiger Leiter ist Oberst Sigismund Seidl – hat sich seit ihrer Gründung 1956 europaweit einen Spitzenplatz unter den Militärkapellen erspielt und gilt (noch) als musikalischer Botschafter Kärntens.

Immerhin dokumentieren 25 CDs das umfangreiche Schaffen dieses Orchesters. Und mit den Einsparungen soll jetzt alles vorbei sein?

Arthur Lanzer sieht kaum noch Hoffnung: "Ich fürchte, der Zug ist leider schon abgefahren. Für das Musikland Kärnten ein Drama."

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