Lösung in Sicht

Villepin bei Arbeitsreform kompromissbereit

Ausland
25.03.2006 18:28
In der Auseinandersetzung um die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger hat Frankreichs Premier Villepin Änderungen des umstrittenen Gesetzes über den Erstanstellungsvertrag in Aussicht gestellt. Er wolle auf die Hauptkritikpunkte der Studenten eingehen, sagte Villepin nach einem Treffen mit Vertretern zweier Studentenverbände am Samstag in Paris.

Vier andere Verbände boykottierten das Gesprächsangebot des Regierungschefs und warfen ihm vor, den Dialog mit unannehmbaren Vorbedingungen zu blockieren. Kommende Woche will Villepin mit den Studentenverbänden über die Probezeitdauer bei jungen Leuten von zwei Jahren und die Kündigungsbedingungen sprechen. Außerdem kündigte er an, junge Menschen in der Zeit zwischen Studienabschluss und dem Antritt der ersten Arbeitsstelle stärker finanziell zu unterstützen.

Innenminister Sarkozy rief zur Einigung auf. Über einen Kompromiss nachzudenken wäre "mutig und nützlich für Frankreich", sagte der Chef der bürgerlichen Regierungspartei UMP. Ohne Diskussion und Kompromiss werde keine der Konfliktparteien aus der jetzigen Sackgasse als Gewinner hervorgehen. Die Randalierer unter den Demonstranten bezeichnete Sarkozy als "Rowdys". In Saint-Denis nordöstlich von Paris wurden bei neuen Protesten fünf Polizisten leicht verletzt.

Seit Wochen kommt es wegen der Arbeitsrechtsreform in Frankreich zu Massenprotesten. Für den 28. März riefen die Gewerkschaften einen Generalstreik aus. Das Gesetz über den Erstanstellungsvertrag sieht vor, dass Leute unter 26 Jahren mit zweijähriger Probezeit beschäftigt werden können und in dieser Zeit grundlos kündbar sind.

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