10.02.2015 06:48 |

Eklat um Guantanamo

Gerichtsdolmetscher an Folter beteiligt?

Ein Militärrichter im US-Gefangenenlager Guantanamo hat am Montag eine Voranhörung zum Prozess gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 ausgesetzt. Grund für die Vertagung der Anhörung war die umstrittene Anwesenheit eines Übersetzers im Gerichtssaal. Dieser soll an der Folter von Gefangenen beteiligt gewesen sein.

Der Verdächtige Ramsi Binalshibh sagte dem Richter James Pohl, er könne dem Übersetzer "nicht vertrauen", da dieser in einem Geheimgefängnis der CIA gearbeitet habe. "Wir kennen ihn von dort." Die Anwältin des Verdächtigen Walid bin Attash, Cheryl Bormann, sagte daraufhin: "Richter, wir haben dasselbe Problem." Ihr Mandant habe ihr in der Früh eröffnet, dass einer der Anwesenden im Gerichtssaal an seiner "illegalen Folter beteiligt" gewesen sei.

Letztlich erhoben die Anwälte von vier der fünf mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher Einspruch gegen den Übersetzer. Der Richter vertagte daraufhin die Anhörung, um hinter verschlossenen Türen über das Problem zu beraten.

Drahtziehern von 9/11 droht Todesstrafe
Der Gruppe um den mutmaßlichen Chefplaner der Terroranschläge, Khalid Sheikh Mohammed, soll vor einem Sondertribunal des US-Militärs der Prozess gemacht werden. Noch laufen die Voranhörungen, ein Prozessbeginn steht noch nicht fest. Den Männern droht die Todesstrafe.

Bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington wurden am 11. September 2001 fast 3.000 Menschen getötet.

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