11.03.2006 16:34 |

Frankreich

Zusammenstöße bei Studentenprotesten

Unter Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas hat die französische Polizei die Besetzung der Pariser Sorbonne durch Studenten beendet. Eine Sondereinheit der Polizei stürmte am frühen Morgen das besetzte Gebäude und zwang die rund 400 Studenten zum Abbruch ihrer Protestaktion gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger.

Bei der Erstürmung kam es zu Handgreiflichkeiten. Studenten bewarfen die Polizisten mit Tischen und Stühlen, die Beamten setzten Schlagstöcke ein. In Sprechchören bezeichneten die Studenten die Polizei als "Miliz des Kapitals". Nach etwa 15 Minuten war der Polizeieinsatz beendet.

Im Laufe des Tages waren die Polizisten mit Schlagstöcken gegen demonstrierende Studenten vorgegangen. Rund tausend Studenten hatten sich am Freitag um die Sorbonne zu einem Sitzstreik versammelt. Der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe übte Kritik am Vorgehen der Polizei. Er sei "sehr besorgt" über den rigiden Einsatz, erklärte er am Nachmittag. Er betrachte die Studentenproteste als friedfertig.

Die Studenten wollen Premierminister Villepin zur Rücknahme des umstrittenen Gesetzes zum Kündigungsschutz zwingen. Nach ihm können mittlere und Großunternehmen Arbeitnehmer unter 26 Jahren in den ersten beiden Jahren nach der Anstellung ohne Grund entlassen.