Der Grazer Sparkurs hinterlässt seine Spuren. Jetzt trifft es jenes Vorzeigeprojekt, über das in den vergangenen drei Jahren 15 pflegende Angehörige angestellt wurden.
Für viele ist nach acht Stunden Arbeit längst nicht Feierabend. Sie pflegen ihre Angehörigen und haben dadurch quasi zwei Jobs. Um diese Doppelbelastung zu vermeiden, wurde vor drei Jahren in Graz ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. 15 pflegende Angehörige wurden angestellt, bezahlt, versichert und hatten Anspruch auf Urlaub.
Einer von ihnen ist Helmut Prommer, der sich um seine 95-jährige Mutter kümmert. Ihm wurde jetzt mitgeteilt, dass seine Anstellung mit Jahresende ausläuft. Ab Mitte November muss er seinen Urlaub aufbrauchen, für seine Mutter muss er ein Pflegeheim finden.
Wir hätten das Projekt sehr gerne weitergeführt, aber wir können es nicht weiter stemmen.

Robert Krotzer
Gesundheitsstadtrat (KPÖ)
Bild: Christian Jauschowetz
Der Hintergrund: Der Stadt Graz fehlt das Geld. Und das Land Steiermark will nicht mitzahlen – obwohl eine Erweiterung stets angestrebt wurde. „Das schmerzt natürlich. Wir hätten das Projekt sehr gerne weitergeführt, aber wir können es nicht weiter stemmen“, sagt Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ). „Da wird an der falschen Stelle gespart“, ist Prommer überzeugt.
Krotzer betont: „Wir lassen niemanden im Regen stehen.“ Über die Pflegedrehscheibe sollen Wege gefunden werden, um die betroffenen Familien bestmöglich zu versorgen. Zuletzt trafen die Einsparungspläne auch das Projekt „Community Nursing“.
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