Drei Forscherteams suchen neue Wege, um Hochwasser zu bändigen und unsere kostbaren Wasserreserven für die Zukunft zu sichern. Landesvize Stephan Pernkopf holt dazu Fachleute an Bord.
„Wir müssen unser kostbares Nass für die Zukunft sichern, schützen und sinnvoll nützen“, schlägt Landesrat Stephan Pernkopf die Pflöcke ein. Dafür holt er die Wissenschaft mit ins Boot. Drei Forscherteams arbeiten im Rahmen einer Initiative des Landes an neuen Lösungen für Hochwasserschutz, Wasserqualität und den Erhalt unserer Wasserressourcen.
Denn Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage, kann aber in seiner zerstörerischen Kraft ganze Landstriche verwüsten. Gerade die dramatischen Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre zeigen, wie wichtig es ist, rechtzeitig vorzusorgen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen
Helmut Habersack, Spitzenwissenschafter der Universität für Bodenkultur, geht im Wasserbaulabor „Dream“ dem Hochwasserschutz auf den Grund. Dort wird unter realitätsnahen Bedingungen im Maßstab 1:1 geforscht.
Seine Kollegin Gertrud Haidvogl dokumentiert gemeinsam mit 90 Bürgern historische Hochwasserereignisse. Alte Aufzeichnungen und persönliche Erinnerungen sollen helfen, Häufigkeit und Intensität extremer Fluten besser zu verstehen. Das Ziel: Aus vergangenen Katastrophen lernen, um für kommende besser gewappnet zu sein.
Claudia Kolm von der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems widmet sich wiederum der Qualität des fließenden und stehenden Wassers. Dabei geht es unter anderem darum, Krankheitserreger und Antibiotikaresistenzen frühzeitig zu erkennen und die gesundheitliche Sicherheit unseres Wassers langfristig zu gewährleisten.
Flüssen wieder mehr Raum geben
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nicht in den Laboren bleiben, sondern rasch in die Praxis fließen. In den kommenden zwei Jahren starten 32 weitere Hochwasserschutzprojekte mit einem Investitionsvolumen von 160 Millionen Euro.
Gleichzeitig fließt ein Drittel der Schutzmittel in Wasserrückhalt und Renaturierung. Denn die Strategie geht längst über höhere Dämme und stärkere Schutzmauern hinaus: Flüsse sollen wieder mehr Platz bekommen, natürliche Rückhalteräume entstehen und Regenwasser möglichst dort bleiben, wo es fällt. Projekte an Url, March, Zaya, Ybbs und Großer Tulln zeigen, in welche Richtung es geht.
Auch Trinkwasser im Fokus
Neben dem Schutz vor den Fluten rückt auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser stärker in den Mittelpunkt. 200 Projekte befinden sich bereits im Bau, weitere 300 sind in Vorbereitung. Dazu kommen Trink- und Regenwasserpläne für die Gemeinden. Pernkopfs Anspruch ist klar: Niederösterreich soll beim Schutz vor Naturgefahren und bei der Sicherung seiner Wasserressourcen eine Vorreiterrolle einnehmen. Damit das kostbare Nass auch für kommende Generationen Lebensquelle bleibt – und nicht zur Bedrohung wird.
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