Einst boten sie Schutz vor Bomben, heute sind sie ein Sicherheitsrisiko für Häuser darüber: Amstettens alte Luftschutzstollen werden verfüllt. Am Reitbauernberg sind die technischen Arbeiten abgeschlossen, am Kreuzberg laufen sie bereits. Für Spaziergänger gibt es noch Einschränkungen.
Tief unter Amstetten ziehen sich alte Luftschutzstollen durch den Untergrund. Während des Zweiten Weltkrieges fanden dort Tausende Menschen Schutz. Doch die zunehmend schlechte Bausubstanz machte die Anlagen selbst zum Risiko – für rund vier Dutzend Häuser darüber. Wie berichtet, beauftragte die Burghauptmannschaft Österreich deshalb die Verfüllung.
Nun ist ein wichtiger Abschnitt geschafft: Am Reitbauernberg sind die Bohr- und Verfüllungsarbeiten abgeschlossen. Damit ist laut Burghauptmannschaft rund die Hälfte der vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen erledigt. Das Projekt liege im Zeitplan.
Wanderwege am Reitbauernberg wieder offen
Nach Abschluss der technischen Arbeiten wurden die Absperrungen am Reitbauernberg aufgehoben. Die Wanderwege sind wieder uneingeschränkt benutzbar.
Noch ausständig ist die Wiederherstellung der betroffenen Flächen. Diese Arbeiten erfolgen abhängig von der Witterung teilweise im Herbst, überwiegend aber Anfang 2027 – in Abstimmung mit der Stadt und den Anrainern.
Am Kreuzberg wird bereits gebohrt und verfüllt
Die Baustelleneinrichtung wurde inzwischen auf den Kreuzberg verlegt. Dort haben die Bohr- und Verfüllungsarbeiten bereits begonnen. Schrittweise geht es von Ost nach West durch die Bereiche Bismarckstollen bei der Linzer Straße sowie Schul- und Kirchstollen bei der Kirchenstraße.
Der obere Wanderweg am Kreuzberg bleibt voraussichtlich bis Ende November gesperrt. Der untere Spazierweg steht weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung. Die Burghauptmannschaft ersucht, die Absperrungen und Sicherheitshinweise zu beachten.
Digitale Planung und Kameras zur Kontrolle
Damit die unterirdischen Hohlräume gezielt erreicht werden, werden die Bohrungen anhand der vorhandenen Pläne digital vorbereitet und exakt positioniert. Kamerabefahrungen begleiteten bereits die Verfüllung am Reitbauernberg und dienten der Überprüfung der Arbeiten.
Für 2027 sind abschließende Kontrollbohrungen an ausgewählten Stellen vorgesehen. Sie sollen vor der endgültigen Wiederherstellung der betroffenen Flächen erfolgen.
Ombudsstelle für Fragen der Anrainer
Für Fragen und Anliegen steht Karin Wiesinger von der Ombudsstelle der Burghauptmannschaft unter amstetten@burghauptmannschaft.at sowie telefonisch unter 0676/311 35 90 zur Verfügung.
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