Ein Kommentar von „Salzburg Krone“-Chefredakteur Claus Pándi.
Es kommt ja selten vor, dass einer oder eine in die Politik geht, nur um geliebt zu werden. Jörg Haider war so einer. Nach ihm mögen Leute wie Sebastian Kurz oder Karl-Heinz Grasser oder auch Heinz-Christian Strache Ausnahmen gewesen sein. Die gierten regelrecht nach der Liebe der Massen. Das geht nie gut. Die meisten anderen sind schon froh, wenn ihnen etwas Respekt entgegengebracht wird. Da hat man, wenn man das Geschäft der Politik heil überstehen will, einen Vorteil, wenn einem die Zuneigung der Menschen recht gleichgültig ist.
Wolfgang Schüssel ist als Kanzler so einer gewesen. Der blieb immun gegen jede Form der Zuneigung von den breiten Massen. Und er trug einiges dazu bei, um die Temperatur im Land konstant knapp über dem Gefrierpunkt zu halten.
Auch Herbert Kickl zählt jetzt nicht unbedingt zu der Sorte von Zeitgenossen, die man in spontan entflammter Herzenswärme umarmen möchte. Der FPÖ-Chef ist für ganz andere Gefühle zuständig, die, wie Umfragen zeigen, auch sehr stark sein können.
Womit wir bei Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und ihrem neuen Stellvertreter Wolfgang Mayer angekommen wären. Beide wirken so, als würden sie im Grunde gerne gemocht werden würden. Bloß gehen deren Bemühungen dieser Art regelmäßig schief und am Ende fürchtet man sie mehr, als dass ihnen die Herzen zufliegen. Nun: Mit Härte zu regieren kann funktionieren. Auf Dauer ist das für alle aber nur mühsam.
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