Der Geschäftsklimaindex und damit die Stimmung in der Tiroler Industrie fällt, nur 6 Prozent der Firmen erwarten zeitnah eine „gute“ Entwicklung. Präsident Max Kloger fordert einmal mehr Reformschritte seitens der Politik ein.
Das klingt leider alles andere als erfreulich: Der IV-Tirol-Geschäftsklimaindex fällt im 3. Quartal von 24,0 auf 20,5 Punkte. „Die aktuelle Geschäftslage bleibt verhalten, bei den Aufträgen zeichnet sich eine Stagnation ab“, lautet das Fazit.
Vergleich zum Vorjahr fällt eher düster aus
Der Aufschwung scheint in den Tiroler Industriebetrieben bisher nicht angekommen zu sein: 33 Prozent der Unternehmen sehen die Geschäftslage als „schlecht“ (Q2/26: 26 Prozent) und 32 Prozent als „durchschnittlich“ (Q2/26: 41 %). Nur 35 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als „gut“ (Q2/26: 33 %).
Auch der Ausblick bleibt durchwachsen: Nur 6 Prozent der Firmen erwarten eine „gute“ Entwicklung der Geschäftslage innerhalb der nächsten sechs Monate.
Unsere Betriebe brauchen wieder international wettbewerbsfähige Bedingungen, um zu investieren, zu wachsen und Wohlstand und Jobs zu sichern.

Max Kloger, Präsident IV Tirol
Bild: Franz Oss
Unsicherheit bremst den Aufschwung
„Nach der fragilen Erholung im ersten Halbjahr bleibt der erwartete Aufschwung aus. Die Stimmung in unseren Betrieben stagniert, Produktion und Investitionen kommen nicht in Schwung. Die anhaltende Unsicherheit bremst den erhofften konjunkturellen Aufbruch“, erklärt IV-Tirol-Präsident Max Kloger.
Am deutlichsten wird die Vorsicht bei der Beschäftigungserwartung. 44 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden drei Monaten mit einem rückläufigen Personalstand. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren nur 23 Prozent dieser pessimistischen Meinung.
Die IV verweist auch auf die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW). Diese sieht Tirols Wachstum im Vergleich zum Österreichtrend stagnierend. Der Prognose für das Tiroler Bruttoregionalprodukt wurde von bislang 1,0 Prozent auf 0,9 Prozent zurückgenommen, während für ganz Österreich 2027 mit 1,3 Prozent Plus gerechnet wird.
Der Ruf nach Reformen an die Politik – einmal mehr
Einmal mehr mahnt Kloger bessere Rahmenbedingungen ein, etwa die Senkung der Lohnstückkosten. Laut Europäischer Kommission stiegen die nominellen Lohnstückkosten in Österreich zwischen 2022 und 2025 um rund 21 Prozent – laut Nationalbank um 6 Prozentpunkte stärker als im Euroraum. Ein weiterer Klotz am Bein seien die hohen Strompreise. Auch beim Bürokratieabbau müsse Österreich endlich vorankommen. Und Kloger nennt das Klimagesetz, das Österreich schon 2040 zur Klimaneutralität verpflichtet (die EU gibt 2050 vor).
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