Seit bekannt wurde, dass der belgische Ardo-Konzern die Produktion im Marchfeld einstellen wird, hat die heimische Politik ihre Liebe zu Tiefkühlgemüse entdeckt. Alle Landtagsparteien Niederösterreichs stellen sich hinter die betroffenen Marchfeld-Bauern. Und nahezu täglich finden sich weitere Unterstützer.
Was in Niederösterreich auf den Tisch kommt, liegt in der Regel nach wie vor in der Verantwortung von Frauen. Das tägliche Kochen muss wohl in den meisten Fällen neben dem Berufsalltag erledigt werden. „Tiefkühlgemüse ist dabei eine gute, gesunde Alternative“, weiß Silke Dammerer.
Weiter Gemüse aus Marchfeld
Für die Landesobfrau der ÖVP-Frauen ist daher klar: „Auch wenn das Ardo-Werk geschlossen wird, muss Gemüse aus dem Machfeld in Zukunft weiterhin hier verarbeitet werden.“ Dammerer & Co. stellen sich an die Seite der Marchfeld-Bauern. Für diese steht viel auf dem Spiel, wie Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, betont: „Für die Landwirte in der Region bedeutet die Schließung des Tiefkühlwerks in Groß-Enzersdorf weit mehr als den Verlust eines Abnehmers.“
Wirtschaftliche Existenz
Vielmehr gehe es um die wirtschaftliche Existenzgrundlage der rund 500 betroffenen Bauern. „Über Jahre haben sie in die Gemüseproduktion, in Spezialmaschinen und Beregnungsanlagen für die Felder investiert“, erklärt der Landwirtschaftsfunktionär. Für Lorenz steht daher fest: „Das Ziel ist klar – die Produktion von Tiefkühlgemüse muss in der Region abgesichert werden.“ Das betont auch Dammerer: „Wir Frauen wollen uns darauf verlassen können, dass gesundes Tiefkühlgemüse aus Niederösterreich auf den Tisch kommt – und nicht Ware, die quer durch Europa gekarrt wurde!
Gemüse-Importe absurd
Ebenfalls eine Lanze für die Tiefkühlgemüse-Produktion im Marchfeld bricht Thomas Schaden, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands in Niederösterreich: „Produkte, die für die Versorgung in Österreich wichtig sind, müssen im Inland hergestellt werden. Das betrifft vor allem auch Lebensmittel.“ Es sei geradezu absurd, dass ein Konzern auf dem heimischen Markt Marchfelder Gemüse durch Lkw-Transporte aus anderen Ländern ersetzten wolle, betont der rote Wirtschaftsfunktionär.
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