Laut der belgischen Eigentümerfamilie besteht kein Wille, das Ardo-Werk im Marchfeld weiterzubetreiben. Also: Österreich raus und Belgien rein im Tiefkühlgemüse? Nein. Ein rot-weiß-roter Schulterschluss soll eine heimische Tiefkühlproduktion möglich machen ...
Das vom belgischen Konzern eiskalt verkündete Aus des Ardo-Tiefkühlwerks in Groß-Enzersdorf war am Donnerstag das prägende Thema der niederösterreichischen Landtagssitzung in St. Pölten. Vertreter der Regierungsparteien ÖVP, FPÖ und SPÖ erklärten, dass man um die Arbeitsplätze, die Zukunft der 500 Gemüsebauern sowie für die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln kämpfen werde. Grüne und NEOS unterstützen die Initiative.
An einer Lösung wird gearbeitet
„Wir wollen das so nicht hinnehmen“, startete ÖVP-Abgeordneter Josef Edlinger die Debatte. Und Alexander Schnabel (FPÖ) setzte nach: „Es darf niemand im Regen stehen gelassen werden!“ Die SPÖ kündigte an: „In der Region gibt es Ängste und Zukunftssorgen! Es wird Tag und Nacht für eine Lösung gekämpft.“
„Schulterschluss läuft gut“
Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) verhandelte am Nachmittag in der Causa in Wien und zeigte sich sicher: „Die Unterstützung gibt Kraft und hilft. Der Plan von Ardo – Österreich raus, Belgien rein – wird nicht gelingen. Der rot-weiß-rote Schulterschluss läuft gut!“
Die Landesagentur Ecoplus, Arbeiter- und Bauernkammer und viele andere Partner sind mit an Bord. Mitten in die Debatte kam die Nachricht der Ardo-Eigentümerfamilie auf das Ersuchen der Bundesregierung: Es besteht kein Wille, das Werk zu retten. Nun ist also eine österreichische Lösung die einzig mögliche – die Verhandlungen dazu laufen.
Klare Worte von Minister Totschnig
Im Zuge der intensiven Besprechungen meldete sich auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zu Wort. „Die Entscheidung von Ardo, den Standort in Groß-Enzersdorf zu schließen, ist ein schwerer Schlag für die gesamte Region und eine große Enttäuschung. Wir werden alles daransetzen, die heimische Gemüseproduktion im Marchfeld langfristig abzusichern und unseren Bauern auch über 2027 hinaus eine verlässliche Absatzperspektive zu bieten. Dazu führen wir derzeit täglich intensive Gespräche und prüfen unterschiedliche Lösungswege – von der Ausweitung bestehender Produktionskapazitäten bis hin zur Schaffung neuer Verarbeitungsmöglichkeiten“, so der ÖVP-Politiker.
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