Auf steirischen Straßen sind immer mehr Drogenlenker unterwegs. Zwei aktuelle Beispiele aus Graz: Ein „zugedröhnter“ 16-Jähriger fuhr einer Zivilstreife auf und ein Polizeihund erschnüffelte ein halbes Kilo Cannabis in einem Cabrio, dessen Lenker selbst unter Drogeneinfluss stand.
Alkohol am Steuer ist und bleibt ein Problem – immer öfter aber haben Autofahrer nicht (nur) zu tief ins Glas geschaut, sondern stehen auch unter Drogen. Aktuelle Beispiele: Bei einer „Aktion scharf“ zu Allerseelen fischte die Grazer Polizei vier Drogenlenker aus dem Verkehr.
Am Montag schoss dann ein 16-jähriger Autolenker (freilich ohne Führerschein) den Vogel ab, wieder in Graz: Als ihn eine Zivilstreife stoppte, weil er über eine rote Ampel gefahren war und mit dem Handy hantiert hatte, versuchte der Jugendliche während des Stehenbleibens, auf die Rückbank des Autos zu klettern. Der Pkw rollte weiter und prallte gegen das Dienstfahrzeug. Ein Alkotest verlief negativ, sehr wohl aber stand der Bursche unter Suchtgifteinfluss.
519 Drogenanzeigen im Straßenverkehr verbuchte die Polizei in der Steiermark im Vorjahr (2024: 368 Anzeigen) – Tendenz weiter steigend.
Drogen im Skisack versteckt
Ebenfalls in der Landeshauptstadt geriet vergangene Woche ein 19-jähriger Autolenker in der Nähe des Lendplatzes ins Visier einer Verkehrsstreife. Seine Fahrweise, glasige Augen und ein auffallend starker Cannabisgeruch im Fahrzeug machten ihn verdächtig. Sein Pkw wurde nach Suchtmittel durchsucht. Die Beamten fanden allerdings nur leere Plastiksäckerl, die markant nach Suchtgift rochen.
Erst Drogenspürhund „Quintino vom Traisental“ von der Diensthundeinspektion in Graz zeigte schießlich beim Skisack des Cabrios (eine Durchladeöffnung in der Rücksitzbank) etwas Verdächtiges an. Hundeführer Thorsten Gaß entdeckte dann in dem Versteck ein knappes halbes Kilo „Gras“ im Wert von 4300 Euro. Die zwei Pakete waren säuberlich in Alufolie eingepackt.
„Die Tendenz der Anzeigen von Drogenlenkern in der Steiermark ist jedenfalls steigend“, heißt es seitens der Landespolizeidirektion. Obwohl die Exekutive verstärkt in diese Richtung kontrolliert, geht man von einer hohen Dunkelziffer an „zugedröhnten“ Lenkern aus. Drogenvortestgeräte sind (noch) nicht in jedem Streifenwagen Standard, bei Verdacht auf Suchtmittelbeeinträchtigung müssen Lenker ohnehin einem Amtsarzt vorgeführt werden, der dann die Fahruntauglichkeit bescheinigen muss.
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