Die Ermittlungen nach der Abnahme von Gewehren bei den Tiroler Schützen wurden nun auch in Deutschland eingestellt, die 34 betroffenen Männer bekommen ihre Waffen zurück. Die Bundesleitung empfiehlt indes, sämtliche Nazi-Symbole auf Gewehren unkenntlich zu machen.
Im Zusammenhang mit der Abnahme von insgesamt 34 Karabinern der Schützenkompanien Waidring, Fieberbrunn und Pillersee durch die Deutsche Bundespolizei am 24. Juni 2026 gibt es nun eine weitere Entscheidung.
Wie Landeskommandant Thomas Saurer auf „Krone“-Nachfrage erklärte, wurde nach der bereits erfolgten Einstellung der Ermittlungsverfahren in Österreich nun auch die Ermittlungen in Deutschland eingestellt. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat zudem die Herausgabe sämtlicher 34 Schützengewehre angeordnet.
Wie die Bundespolizeiinspektion Freilassing nunmehr mitgeteilt hat, wurden die Strafverfahren gegen die betroffenen Mitglieder der drei Tiroler Schützenkompanien durch das zuständige deutsche Gericht eingestellt. Die Einstellung erfolgte unter Verrechnung der jeweils hinterlegten Sicherheitsleistung in Höhe von 200 Euro.
Die betroffenen Schützen befanden sich damals auf der Rückreise von den Feierlichkeiten anlässlich des 70. Geburtstages und des 35-jährigen Priesterjubiläums des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner. Bei der Fahrt durch das Kleine Deutsche Eck wurde ihr Reisebus im Bereich Bad Reichenhall von der Deutschen Bundespolizei kontrolliert. Im Zuge dieser Kontrolle wurden insgesamt 34 Karabiner sichergestellt und gegen die betroffenen Schützen strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Darüber hinaus wurden Sicherheitsleistungen in Höhe von 6800 Euro eingehoben.
Im Zuge der Ermittlungen wurde zudem bekannt, dass zwölf der sichergestellten historischen Gewehre Beschuss- und Abnahmestempel aus der Zeit des Nationalsozialismus aufwiesen. Der Bund der Tiroler Schützenkompanien stellte dazu bereits im Juli 2026 klar, dass es sich um historische Prüfkennzeichnungen und nicht um bewusst gesetzte politische Botschaften handelt, distanzierte sich ausdrücklich von jeglichem nationalsozialistischen Gedankengut und leitete Maßnahmen zur Sensibilisierung sowie zur Klärung des künftigen Umgangs mit derartigen historischen Waffen ein.
Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung im Umgang mit historischen Gewehren bewusst und legen größten Wert auf einen verantwortungsbewussten Umgang.“

Schützen-Landeskommandant Thomas Saurer
Bild: BTSK
„Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung im Umgang mit historischen Gewehren bewusst und legen größten Wert auf einen verantwortungsbewussten, sicheren und respektvollen Umgang mit diesen Waffen. Dieses Verantwortungsbewusstsein unterstreichen wir auch mit der Empfehlung der Bundesleitung an unsere Schützenkompanien, sämtliche die Unkenntlichmachung von NS-Symbolen“, sagt Saurer.
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