Ein unheiliges Trio, ein Pfarrhof und ein teuflischer Plan: Gemeinsam wollten ein Geistlicher und seine Helfer im Waldviertel Crystal Meth kochen. Während die anderen längst vor Gericht standen, tauchte ein Beteiligter monatelang unter. Jetzt holte ihn die Polizei zur letzten Abrechnung vor den Richter.
Ein Ort des Gebets sollte zur Drogenküche werden. Im Sommer 2024 sollen der damalige Priester und seine Komplizen im Pfarrhof gleich zweimal versucht haben, die gefährliche Designerdroge herzustellen. Ihr Ziel war offenbar gewaltig: Rund ein Kilogramm Crystal Meth wollten die Männer produzieren. Doch aus dem teuflischen Chemie-Experiment wurde nichts. Eine fehlerhafte Anleitung und eine fehlende Substanz machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Monatelang nicht erschienen
Während der Geistliche und weitere Beteiligte bereits im Oktober 2025 am Landesgericht zur Verantwortung gezogen worden waren, fehlte einer auf der Anklagebank: Ein 32-jähriger Iraker blieb den Verhandlungen beharrlich fern. Auch mehrere Ladungen konnten ihn nicht vor Gericht bringen. Diesmal war Schluss mit dem Versteckspiel. Die Polizei führte den Mann zum Prozess vor.
Zehn Monate bedingt
Dem 32-Jährigen wurde der unerlaubte Umgang mit Drogenausgangsstoffen vorgeworfen. Er soll bei den Herstellungsversuchen dabei gewesen sein und später Chemikalien in seiner Wohnung gelagert haben. Das Urteil fiel vergleichsweise milde aus: Zehn Monate bedingte Freiheitsstrafe. Beide Seiten verzichteten auf Rechtsmittel, der Schuldspruch ist damit rechtskräftig. Auch für den ehemaligen „Crystal-Meth-Priester“ und seine übrigen Helfer hatte das Abenteuer im Pfarrhof bereits – wie berichtet – ein gerichtliches Nachspiel. Ein ungewöhnlicher Kriminalfall, der zeigt, wie nahe manchmal Kanzel und krimineller Abgrund beieinanderliegen können.
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