Im Rahmen der 192. Vollversammlung der AK Tirol fordert AK Präsident Erwin Zangerl entschlossene Maßnahmen gegen den Österreich- und Tirol-Aufschlag sowie die hohen Energiepreise. Zudem er sich für den Schutz der Arbeitnehmerrechte und für eine nachhaltige Absicherung des Sozialstaates aus.
Die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten, die angespannte Situation am Wohnungsmarkt und die zunehmende Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer standen im Mittelpunkt der Vollversammlung der Arbeiterkammer Tirol. AK Präsident Erwin Zangerl forderte von den politischen Entscheidungsträgern im Bund rasche und wirksame Maßnahmen, um die Beschäftigten nachhaltig zu entlasten.
„Tirol ist eines der teuersten Bundesländer Österreichs, gleichzeitig liegen unsere Einkommen im österreichweiten Vergleich zurück. Diese Schieflage ist auf Dauer nicht tragbar. Wer jeden Tag arbeitet und seinen Beitrag zum Wohlstand unseres Landes leistet, muss sich auch ein ordentliches Leben leisten können“, betonte der AK-Boss.
Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten immer mehr leisten müssen und ihnen am Ende des Monats trotzdem immer weniger bleibt.

Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Hohe Preise für das tägliche Leben im Fokus
Besonders kritisch sieht Zangerl die weiterhin hohen Preise für Wohnen, Energie, Treibstoff und Güter des täglichen Bedarfs. Untersuchungen der AK Tirol zeigen, dass die Teuerung einen erheblichen Teil der Einkommenssteigerungen der vergangenen Jahre aufgezehrt hat. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten immer mehr leisten müssen und ihnen am Ende des Monats trotzdem immer weniger bleibt. Wir brauchen endlich wirksame Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preisaufschläge, wir brauchen mehr Transparenz und eine spürbare Entlastung der arbeitenden Bevölkerung“, fordert Zangerl.
Auch die hohen Energie- und Treibstoffpreise wirken sich erheblich auf die Tiroler Bevölkerung aus.
Faire Spritpreise gefordert
Besonders Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ländlichen Regionen sind häufig auf das eigene Auto angewiesen. „Wer täglich zur Arbeit fahren muss, darf dafür nicht auch noch bestraft werden. Wir brauchen faire Spritpreise, eine gezielte Entlastung der Pendler und eine Energiepolitik, die sich an den tatsächlichen Lebensbedingungen der Menschen orientiert und keine Österreich-, Tirol- und sogar Talaufschläge etwa bei Sprit“, stellt Zangerl klar.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Luxusgut werden.

Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Ein zentrales Anliegen bleibt auch die Schaffung leistbaren Wohnraums. Die hohen Grundstücks- und Wohnungspreise stellen insbesondere junge Menschen und Familien vor enorme Herausforderungen. Die AK Tirol hat mit ihrem Modell der Bodenpartnerschaften konkrete Vorschläge zur Mobilisierung von Bauland und zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums vorgelegt. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Luxusgut werden. Wir brauchen mehr gemeinnützigen Wohnbau, eine konsequente Mobilisierung von Bauland und den politischen Willen, endlich nachhaltige Lösungen umzusetzen“, so der AK-Präsident.
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Sie schaffen den Wohlstand, von dem unser Land lebt.

Erwin Zangerl
Bild: Christof Birbaumer
Beschäftigte wieder in Mittelpunkt rücken
Mit großer Sorge betrachtet Zangerl zudem die Diskussionen über die Finanzierung des Insolvenz-Entgelt-Fonds, der Unfallversicherung und die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Gerade die Senkung der Lohnnebenkosten zeige jetzt, wie kurzsichtig die Politik des Bundes sei, so Zangerl. Insolvenz-Entgelt-Fonds und Unfallversicherung stehen jetzt unter Druck, auf Kosten der Beschäftigten, so Zangerl.
Die Beschäftigten und ihre Anliegen müssen wieder in den Mittelpunkt rücken. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Sie schaffen den Wohlstand, von dem unser Land lebt. Deshalb müssen ihre Interessen endlich wieder stärker im Fokus politischer Entscheidungen stehen. Die AK Tirol wird weiterhin genau hinschauen, Missstände aufzeigen und konkrete Verbesserungen einfordern. Denn die Menschen brauchen keine weiteren Ankündigungen aus Wien, sondern endlich spürbare Verbesserungen in ihrem Alltag“, unterstreicht Zangerl.
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