Zu Halloween werden Hunde und Katzen immer öfter in kleine Geister, Vampire oder Fledermäuse verwandelt. Doch was für Menschen lustig aussieht, kann für ihre tierischen Begleiter unangenehm und sogar gefährlich werden. Die Tierecke erinnert daran: Tierliebe bedeutet, die Bedürfnisse unserer Vierbeiner über den Wunsch nach dem perfekten Foto zu stellen.
Ein Hund als kleiner Dracula, eine Katze mit Hexenhut oder ein Kaninchen im Kürbis-Outfit: In den sozialen Medien sorgen verkleidete Haustiere regelmäßig für entzückte Kommentare. Doch hinter den vermeintlich lustigen Bildern steckt nicht immer ein tiergerechter Umgang. Denn unsere Lieblinge können nicht selbst entscheiden, ob sie sich verkleiden möchten – und zeigen ihr Unbehagen oft deutlicher, als wir glauben.
Bewegungsfreiheit statt Verkleidung
Enge Kostüme können die Bewegungsfreiheit einschränken, die Haut reizen und bei ungeeigneten Materialien einen Wärmestau verursachen. Besonders problematisch sind Verkleidungen, die den Kopf, die Augen oder den Hals bedecken und dadurch Sicht, Atmung oder Gehör beeinträchtigen.
Kleine Knöpfe, Bänder und andere angenähte Accessoires können außerdem abgebissen und verschluckt werden. Im schlimmsten Fall drohen Verletzungen oder gefährliche Fremdkörper im Verdauungstrakt.
Verschluckungsgefahr: Knöpfe, Bänder und Accessoires können gefährlich werden.
Warnsignale beachten: Kratzen, Erstarren oder angelegte Ohren ernst nehmen.
Wichtig: Schokolade und Süßigkeiten mit Xylit unbedingt außer Reichweite aufbewahren.
Körpersprache eingeschränkt
Auch die psychische Belastung darf nicht unterschätzt werden. Hunde kommunizieren über ihre Körperhaltung, ihre Ohren, ihre Rute und ihre Mimik. Verdeckt ein Kostüm diese Signale, kann das die Verständigung mit Artgenossen erschweren. Katzen wiederum reagieren häufig empfindlich auf ungewohnte Einschränkungen und Veränderungen. Erstarren, hektisches Lecken der Lippen, wiederholtes Kratzen am Kostüm, angelegte Ohren oder der Versuch, die Verkleidung loszuwerden, können Anzeichen von Unbehagen und Stress sein. Wer solche Signale beobachtet, sollte das Kostüm sofort entfernen.
Wer sein Tier liebt, muss nicht jeden ‘witzigen‘ Trend in den sozialen Medien mitmachen.

Maggie Entenfellner, Leiterin der „Krone“ Tierecke
Bild: Reinhard Holl
Tierecke-Chefin Maggie Entenfellner appelliert an alle Tierhalter, bei Halloween nicht auf Kosten ihrer Schützlinge für Unterhaltung zu sorgen: „Unsere Haustiere sind keine Kostümaccessoires. Was für uns lustig aussieht, kann für sie puren Stress bedeuten. Wer sein Tier liebt, muss nicht jeden Trend mitmachen.“
Es geht auch ohne Kostüm
Auch eine ruhige Rückzugsmöglichkeit ist wichtig, wenn es an der Tür häufig klingelt oder fremde Menschen in ungewöhnlichen Kostümen unterwegs sind. Süßigkeiten wie Schokolade oder zuckerfreie Produkte mit Xylit müssen für Tiere unbedingt unerreichbar bleiben.
Denn verantwortungsvolle Tierhaltung zeigt sich gerade dann, wenn wir auf etwas verzichten, das uns selbst Freude bereiten würde. Unsere Haustiere brauchen keine Verkleidung, sie brauchen Menschen, die ihre Grenzen respektieren.
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