„Wird sehr bald ...“

Trump überrascht mit Ansage zum Ukraine-Krieg

Außenpolitik
28.10.2026 06:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kommt jetzt Bewegung in die festgefahrenen Friedensbemühungen? US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigt. Die überraschende Ansage kommt ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Washington den Druck auf Kiew zuletzt massiv erhöht hatte.

„Es wird sehr bald ein Treffen geben“, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. Der US-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Gespräche einen entscheidenden Schritt in Richtung einer Beendigung des Ukraine-Krieges bringen könnten. „Ich glaube, dass dabei große Fortschritte erzielt werden könnten“, erklärte er.

Wann und wo das Treffen stattfinden soll, blieb zunächst offen. Auch eine Bestätigung aus Moskau oder Kiew lag in der vorliegenden Meldung nicht vor.

Selenskyj hofft auf direkten Dreiergipfel
Für den ukrainischen Präsidenten wäre ein solches Treffen jedenfalls ein wichtiger diplomatischer Erfolg. Selenskyj hatte erst kürzlich seine Hoffnung auf direkte Gespräche mit Trump und Putin bekräftigt. „Für uns wäre das wichtigste Ergebnis die Möglichkeit eines Dreiergipfeltreffens“, erklärte er in einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehen.

Zuletzt war der US-Sondergesandte Steve Witkoff persönlich bei Putin – hat das amikal ...
Zuletzt war der US-Sondergesandte Steve Witkoff persönlich bei Putin – hat das amikal verlaufende Treffen nun zu einer kleinen Einsicht im Kreml geführt?(Bild: AFP/GAVRIIL GRIGOROV)

Nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg könnten seiner Ansicht nach nur direkte Gespräche der drei Präsidenten jene Probleme lösen, die einer Friedenslösung bisher im Weg stehen. Putin hatte ein Treffen mit Selenskyj bislang allerdings kategorisch verweigert.

Trump hatte zuletzt Selenskyjs Ablöse gefordert
Bemerkenswert ist Trumps Ankündigung auch vor dem Hintergrund seiner jüngsten Angriffe auf den ukrainischen Staatschef. Erst Anfang Oktober hatte der Republikaner offen einen Machtwechsel in Kiew gefordert. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt“, erklärte Trump damals.

Hintergrund war ein Streit über ein Diesel-Abkommen zwischen Washington und Moskau. Trump hatte nach einem Gespräch mit Putin russische Diesellieferungen in die USA angekündigt und dafür Sanktionen gegen russische Exporte vorübergehend ausgesetzt. Selenskyj kritisierte diesen Schritt angesichts der anhaltenden russischen Angriffe scharf.

Trump wiederum machte den ukrainischen Präsidenten für die Dieselknappheit mitverantwortlich und verlangte ein Ende der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien.

Washington steht unter Erfolgsdruck
Hinzu kommt der innenpolitische Druck auf den US-Präsidenten. Wenige Tage vor den Kongresswahlen am 3. November kämpfen Trumps Republikaner mit schlechten Umfragewerten. Laut einer am 19. Oktober veröffentlichten Reuters/Ipsos-Erhebung waren nur noch 31 Prozent der Amerikaner mit seiner Amtsführung zufrieden.

Militärexperte Markus Reisner hatte zuletzt gegenüber ntv erklärt, die USA wollten offenbar möglichst rasch aus dem Ukraine-Konflikt heraus. Russland könne diese Eile nutzen, um seine Forderungen weiter zu erhöhen.

Ob Trumps neuerliche Ankündigung tatsächlich den Weg zu einem Treffen der drei Staatschefs ebnet, bleibt abzuwarten. Entscheidend dürfte vor allem sein, ob Putin nun zu direkten Gesprächen mit Selenskyj bereit ist.

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