Die USA unter Donald Trump wenden sich immer weiter von der Ukraine ab. Offen lässt der Präsident seinen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj seine Abneigung spüren. Jetzt hat er ihn sogar als Hindernis für einen Friedensschluss im Krieg gegen den Angreifer Russland dargestellt.
Wenn es ein Abkommen geben sollte, dann nur ohne Selenskyj, sagte Trump im Gespräch mit dem US-Sender Newsmax. „Er ist kein guter Mann für uns zum Verhandeln.“ Der ukrainische Präsident wolle keine Übereinkunft, behauptete der 80-Jährige. „Er sagt, er möchte eine Übereinkunft, aber er will keine. Nein, ich bin kein großer Fan von Selenskyj“, sagte Trump am Donnerstag.
Trump rechnet mit baldigem Kriegsende
Trotzdem rechnet er – wieder einmal – mit einem baldigen Ende des seit Februar 2022 andauernden Krieges. Mit Blick auf Putin und Selenskyj fügte er hinzu: „Ich denke, dass beide tatsächlich ein Ende wollen. Aber ich finde es schwieriger, mit Selenskyj zu verhandeln als mit Putin.“ Der US-Präsident forderte beide Seiten auf, das Blutvergießen „jetzt“ zu beenden.
Selenskyj und Trump geraten seit Jahren immer wieder aneinander. Der ukrainische Präsident ließ jüngst erkennen, dass er sich von Trump betrogen fühlt, weil dieser mit dem Kreml die Lieferung von Diesel aus Russland vereinbart hatte - statt wie andere Verbündete stärkeren Druck auf Moskau auszuüben. Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen, hatte Trump verkündet. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden.
Angriffe auf Rafffinerien „Schande“
„Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren“, sagte Selenskyj dazu. Trump wiederum warf seinem Amtskollegen vor, durch fortgesetzte Angriffe auf russische Raffinerien für steigende Ölpreise auf dem Weltmarkt zu sorgen. „Er tut der Welt damit keinen großen Gefallen“, kritisierte Trump. „Ich halte das für eine Schande.“
Die Ukraine ist im Abwehrkampf gegen Russland auf Hilfe ihrer Verbündeten und insbesondere der USA angewiesen. Dazu zählen Informationen für die Luftabwehr und das Satelliteninternet des US-Unternehmens Starlink, das zum Konzern SpaceX des Technikunternehmers Elon Musk zählt. Zuletzt hatte Selenskyj ausbleibende Geheimdienstinformationen und Einschränkungen bei der Internetversorgung beklagt, die zum Scheitern von ukrainischen Drohneneinsätzen geführt haben sollen.
Insider: Weißes Haus ordnete Starlink-Einschärnkung an
Wie anonyme US-Insider jetzt berichten, kam die Anweisung zur Drosselung von Starlink direkt aus dem Weißen Haus Die Führung des Verteidigungsministeriums habe die Mitteilung erhalten, der Starshield-Dienst von SpaceX für das ukrainische Militär müsse verlangsamt werden. Washington dementiert: „Eine solche Anweisung hat der Präsident nie erteilt“, erklärte ein hochrangiger US-Vertreter. Die Frage, ob ein anderer Regierungsvertreter die Anweisung erteilt haben könnte, ließ das Weiße Haus unbeantwortet.
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